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Tübeler-Besuch aus dem fernen Elsass

 

Am 2. November durften wir, Christian, Samu und meine Wenigkeit, Roby Lung, den Wienerhochflug-Spezialsten aus Ingwiller im Elsass, bei uns im Baselbiet begrüssen.

Mit einem Schlagbesuch bei Christian begann die kleine Runde. Bei Christian fliegen einige Wiener aus Roby’s Zucht. Eine Flugdemo seiner Wiener Gespitzten, endete schnell mit dem  Auftauchen eines Wanderfalken. Zum Glück ist er erfolglos abgezogen und hat sich vermutlich dem ebenfalls über Zunzgen kreisenden Brieftaubenstich gewidmet.

Zum Mittagessen ging’s auf unseren Hausberg. Die Aussicht von der Kanzel der Sissacherfluh begeistert sogar uns „Eingeborene“ immer wieder, geschweige denn „Touristen“. Der Blick über das schöne Oberbaselbiet ist ja auch gewaltig! Leider hat sich das Alpenpanorama wie so oft, hinter einem Nebelschleier, versteckt.

Dank meiner Blitzidee vom Vorabend, eine WhatsApp-Nachricht an unsere Wienerleute zu versenden, haben sich  spontan weitere Hochflug-Freaks angemeldet. Wie zu erwarten habe ich auch einige Leider-Absagen erhalten. Der Beruf geht ja auf jeden Fall vor!

Nach dem Mittagessen, Franco stiess ebenfalls zu uns, ging es zurück zu meinen Tauben. Fritz und Pesche erwarteten uns bereits im Garten!
Wenn ich schon mal 4 Wertungsrichter gleichzeitig bei mir begrüssen durfte, wollte ich auf jeden Fall einen Flug meiner Himmelsstürmer von 8 Augen werten lassen. Nach dem Start zog der Stich sofort geschlossen und rassig auf Höhe. Aber nicht lange! Leider schlug der Wanderfalke auch bei meinen Tauben sofort zu und verstreute den Schwarm in alle Himmelsrichtungen. An eine Wertung war so nicht mehr zu denken, da der Räuber immer wieder störte und einen gültigen Flug nicht mehr zuliess.

In der wohligen Wärme unserer Stube, bei guten Gesprächen über Tauben, bis zum Video über einen sich selbst peitschenden Pfarrer, ging der Nachmittag nur zu schnell vorbei. 

Vielen Dank für den gemütlichen Tag mit euch!

Peter Berger

Hamburger Reise-Wiener

Diesen interessanten Bericht und die schönen Bilder, mit Genehmigung von Rolf Richter aus Facebook kopiert,  möchte ich euch nicht vorenthalten.

Der helle Reisetaubensport in Hamburg und Umgebung                              TEXT: ROLF RICHTER

 

In der Annahme und in Anbetracht der Tatsache, hier von einer eigentlich ausgestorbenen Taubenrasse etwas zu dokumentieren, muss zum Verständnis des Lesers doch etwas ausgeholt werden. In Hamburg blühte in der Vorkriegszeit und besonders auch in den ersten 20 Jahren nach dem Kriege der Reisetaubensport, allerdings nicht wie man unmittelbar vermuten würde mit den sogenannten Brieftauben, sondern mit überwiegend hellen Flugtaubenrassen. Jedoch hierüber etwas zu schreiben war ich lange Zeit auf der Suche nach Züchtern die diese Zeit der 60er bis 70er Jahre noch aktiv mitgemacht hatten. Leider ergab sich immer wieder wenn ich eine Adresse oder Namen bekam, das entweder der Name bzw. die Adresse nicht stimmte, oder aber der Züchter schon lange nicht mehr lebte. Meine eigenen aktiven Erfahrungen mit dem hellen Reisetaubensport sind eigentlich nicht kompetent genug um hierüber ein Artikel von ausreichender Qualität zu schreiben, denn Anfang der 50er Jahre war ich selbst natürlich noch ein Kind, ich bin im Januar 1944 geboren. Allerdings bin ich Ende der 50er Jahre Mitglied im Altonaer “ATC” ( Altonaer Taubenclub ) geworden, einer von den Hamburger Schnellflug Taubenclub’s die allein mit den hellen Tauben im Wettstreit flogen. In diesen speziellen Reisetaubensport bin ich ganz klar als Autodidakt gekommen, ich hatte weder Tauben-interessierte Eltern, noch Onkel oder Opa oder dergleichen, die mich u.U. hätten retten können von meiner Krankheitserscheinung dem “ Taubenvirus ” . Alles musste ich damals allein tun, regeln und vor allem finanzieren, denn es durfte absolut für meine Eltern nichts kosten. Dieses Problem habe ich dann sehr selbstständig gelöst durch, nun würde man sicher sagen durch Kinderarbeit.



 

 

 

Hier möchte ich mich nun auf drei Rassen beschränken, die noch bis zum Ende der 60er Jahre durchhielten. Das waren vor allem noch die Reise-Wiener ( damals nur Wiener genannt und nicht Wiener- Hochflieger ) sowie die Kopenhagener Elstern und im Einzelfall auch noch die Flug-bzw. Fliegekalotten, diese Tauben waren u.a. echte Hamburger Flugrassen mit mehreren guten Eigenschaften. Die Tauben flogen damals einen rasanten Flugstil mit kippen und schwenken, entweder getrennt als Rasse aber auch als gemengter Schwarm ( Flucht ) mit einer Flugdauer von ca. 50 – 90 Minuten in unterschiedlicher Höhe und dieses auch bei schlechtem Wetter, mit Ausnahme natürlich von Nebel, Schnee und Hagel, außerdem verfügten alle drei Rassen über einen ausgezeichneten Orientierungssinn. Mitte der 60er Jahre löste sich der Altonaer Taubenclub allerdings auf, es folgte entsprechend der Notwendigkeit eine Fusion mit dem Ottensener- sowie Wandsbeker Taubenenclub’s. Diese drei nun vereinigten Hamburger hellen Reisetaubensport-Vereine flogen ab dieser Zeit, nach neuer Vermessung, gemeinsam, mit allerdings nur noch den zwei Rassen, Kopenhagener Elstern sowie den Reise-Wienern. Diese zuverlässigen Angaben erhielt ich, gerade noch rechtzeitig vor Abschluß dieses Artikels dankenswerterweise von Günther Meier bei Hamburg. Geflogen wurde je nach Möglichkeit des jeweiligen Züchters von einer Jageklappe, aber genauso auch aus einer ganz gewöhnlichen Dachluke mit kleinem- oder aber überhaupt keinem Anflugbrett. Als Flugbasis dienten damals alle möglichen Wohnhäuser in und außerhalb der Stadt, sowie Gärten oder Hinterhöfe, selbst noch stehende und teilweise zerbombte, jedoch noch bewohnbare, Häuser wurden ebenfalls für die Flugtaubenhaltung genutzt, oft wurde auch ein Springer für das Aus-und Einfliegen gebraucht, alles natürlich in Eigenbau, Baumärkte kannte man damals noch nicht.
Neben den Kopenhagener Elstern und Hamburger Fliegekalotten, die in Hamburg derzeit keine seltenen Flugtauben waren, wurde hauptsächlich noch mit Wienern ( heute Reise-Wiener ) im hellen Reisetaubensport geflogen und dieses Fliegen mit den Wienern blieb nicht unumstritten, dazu später mehr. Es gab damals selbstverständlich auch noch andere Hamburger Flugrassen, diese veränderten aber so nach und nach zu eigenständigen Rassetauben mit den dazugehörenden Standard, also zu Ausstellungstauben. Um hier nur einige zu nennen, die Hamburger Tümmler in verschiedenen Farben wie Elstern, Weißschwanz, Farbschwanz u.s.w., außerdem die Hamburger Sticken sowie die Hamburger Schimmel, auch diese Rassen waren im Ursprung noch geschickte Flugtauben die ihre Nachzucht noch ohne Probleme selber groß brachten, dieses ist durch Einkreuzung nun nicht mehr möglich aufgrund ihrer jetzigen Kurzschnäbligkeit, sie werden von Ammentauben aufgezogen.
Von diesen vorgenannten Hamburger Regionalrassen sind im Prinzip noch zwei echte Flugrassen übrig geblieben, die dritte Rasse der “Reise-Wiener” war so gut als ausgestorben zu bezeichnen. Allerdings bestand noch ein Züchter der, quasi im Alleingang, diese Reisewiener besitzt und in kleiner Anzahl seriös züchtet und dieses in vorbildlicher Manier von Unterbringung und Zuchtidee. Hiermit trägt G. Meier wesentlich bei für die Erhaltung des Reise-Wieners. Alle von G. Meier, der in der Nähe von Hamburg lebt, gezüchteten Reise-Wiener haben noch präzise das Aussehen und die Flugkapazitäten der Wiener, die wir in den 50er/60er Jahren schon flogen. Im Monat Mai 2015 reisten wir, Jos Ankone ( secretaris meines hier in Holland ansässigen Flugtaubenverein’s ) und ich zu G. Meier um uns zum einem diese Anlage anzusehen und zum anderen die schon lange zuvor reservierten junge Reise-Wieners abzuholen. Dieser Besuch wurde für uns sein unvergessliches Erlebnis, nicht allein wegen der ausgesprochenen Gastfreundlichkeit, sondern auch weil wir fast gleich alt waren und beide in Hamburg Altona, nicht weit voneinander aufgewachsen sind.
Allerdings bleibt die Frage, was war und ist es nun eigentlich für eine Taube, der “Reise-Wiener”? Der Reise-Wiener ist nicht nur hier in Holland völlig unbekannt, sondern auch im Hamburger Großraum, zumindest für die jüngeren Taubenzüchter, kein Begriff mehr. Und doch kam dieser Reise-Wiener früher in großer Anzahl vor. Wie vorab schon angekündigt war dieser Wiener bei den echten Hochflugliebhabern nicht unumstritten, sondern vielmehr ein Dorn im Auge.
1936 schrieb z.B. der damalige Wiener Hochflieger Spezialist Franz Krüger aus Wedel bei Hamburg in ausführlicher Form einen Artikel über diesen Reise-Wiener, genauer gesagt, über den Sinn bzw. Unsinn dieser Moderasse. Der Name “Reise-Wiener” bestand, wie vorab schon erwähnt, noch nicht, es war einfach nur der “Wiener” und das bis Mitte der 60er Jahre wo der eigentliche helle Reisetaubensport schon langsam dem Ende entgegen sah. An den Namen “Reise-Wiener” hatte ich unbewußt einen großen Anteil gehabt, om nicht zu behaupten ich hätte ihn sogar erfunden. Das genaue Jahr ist mir nicht mehr so in Erinnerung, jedoch spielte sich derzeit folgendes ab. Auf der Suche nach einigen Wienern ging ich, so wie viele andere Züchter auch, zum Hamburger Fischmarkt. Der Weg führte mich als erstes zu Taubenhändler Kuddel Kobbe, der wie immer von alles und noch was an Tauben zum Verkauf anbieten konnte, meine Frage lautete ob er nicht einige gute Wiener hätte und wie meistens war seine Antwort natürlich habe ich noch einige gute bis sehr gute Zuchtpaare für dich ( verkaufen konnte er ), er zeigte mir seine guten Exemplare die leider noch nicht ausgepackt waren. Was jedoch zum Vorschein kam waren echte Wiener Hochflieger sowie auch noch einige Wiener Tümmler dazwischen vermischt. Diese Tauben suchte ich aber nicht, sondern den “Reise-Wiener”. Diesen Begriff hatte Kuddel K. bis zu diesem Tage noch nie zuvor gehört, es machte aber konkret deutlich was ich suchte und wie sollte es anders sein, er hatte wirklich einige gute Zuchtpaare für mich. Von diesem Tage an verkaufte Kuddel K. nicht mehr unter den irreführenden Namen “Wiener”, sondern nun wurden es die Reise-Wiener und dieses blieb bis zum heutigen Tage so.
Nur was war nun eigentlich die tonangebende Kritik von Franz Krüger gewesen. F.K. kritisierte vor allem die derzeit noch gut und teilweise auch noch hochfliegenden Hamburger Lokalrassen mehr und mehr Training auf Abstand fliegen hatten und nicht mehr auf den eigentlichen Hochflug. Dieser Umstand, so fürchtete F.K. ginge zu Lasten der Rassereinheit durch das unvermeidbare einkreuzen von Wiener Hochfliegern sowie Wiener Tümmlern und brauchbare Brieftauben, wie z.B. u.a. Schimmel’s mit einem hellem Auge.
F.K. hatte mit seinen Bedenken natürlich recht gehabt, alledings ist doch im laufe der Jahre eine großartige, meistens belatschte, Reiseflugtaube entstanden die hervorragend geeignet war für den Kurzstreckenflug und sehr gut mit den Kopenhagenern mithalten konnte. Außerdem wurde diese Veränderung auch nicht belohnt mit den ursprünglichen Rassenamen “Wiener-Hochflieger” zoals dieses allerdings des öfteren passierte von der Umwandlung einiger Flugtaubenrassen zur Ausstellungsrasse, die dann leider den alten Namen behielten. Es war früher wirklich nicht so einfach all diese Reiseflugeigenschaften zu kompensieren und doch ist es den damaligen Züchtern geglückt, die allerdings leider ihre Zuchtexperimente sehr geheim hielten und dann letztendlich auch mit ins Grab mitnahmen. Eine Ausnahmeerscheinung besteht jedoch und das ist der von uns aufgesuchte Züchter “Günther Meier” der neben den Reise-Wienern auch noch die alten Hamburger Flugkalotten sowie die ehrwürdigen Kopenhagener Elstern züchtet und keinerlei Scheu hat über seine Zuchterfolge und Arbeitsweise der Zucht von den Reise-Wienern Auskunft zu erteilen.
Mit der Kritik hat F.K. in erster Instanz probiert, in einer berechtigten Manier sein eigenes Taubensportinteresse, den Hochflugsport mit Wiener Hochfliegern zu promoten, etwas was F.K. auch unumwunden in seinen Artikel von 1936 beschreibt. Der Hochflugsport mit Wiener Hochfliegern war zwar im Osten von Deutschland neben heimischen Flugrassen bekannt u.a. besonders in Stettin ( damals noch ‘’Deutsch” ) aber auch Braunschweig hatte lange voor Hamburg ebenfalls eine größere Anhängerschaft von Wiener Hochfliegern. In Hamburg wurden die Wiener Hochflieger erst 1905 durch Friedrich Althof eingeführt, mit insgesamt 62 Wiener Hochfliegern, die F.A. aus Braunschweig sowie auch aus Stettin holte, nun begann auch das Interesse bei anderen Flugtaubenliebern in Hamburg zu wachsen und sich diese rasanten Wiener Hochflieger ebenfalls anzuschaffen, mit anderen Worten, der echte Wiener Hochflugsport in Hamburg wurde von Fiete Althof gestartet.
Franz Krüger hatte ebenfalls u.a. nicht vergessen, in seinem Artikel auch die absoluten Vorteile der anderen lokalen Hamburger Taubenrassen im positiven Sinne zu benennen, jedoch was die Reise-Wiener Liebhaber betraf hatte er sich eindeutig geäußert, indem er vorschlug hiermit zu stoppen und sich dann doch lieber für den Brieftaubensport zu entscheiden. Ich möchte hier nicht ins Detail gehen, wie z.B. die heutige ( belgische ) Brieftaube entstanden ist, bzw. welche Rassen bei der Entstehung mitwirkten, denn der Gebrauch von ursprünglichen Brieftauben liegt schon sehr lange zurück und war für einige im asiatischen Raum lebenden Völker unentbehrlich, also bestanden dieses schon sehr lange vor der uns allgemein bekannten belgischen Brieftaube, die übrigens inzwischen u.a. auch die asiatischen Länder erobert hat.
Selbst unser Hamburger Wiener-Hochflieger Experte “Friedrich Althof” bedauerte 1939 in einem Artikel die Veränderung von Flugtaubenrassen in Richtung Ausstellungrassen und das dann unter den den alteingesessenen Namen der jeweiligen Flugrasse. Allerdings kritisierte F.A. nicht das veränderen des Wiener-Hochfliegers in eine auf Abstand fliegende Flugtaube.
Die meisten Flugtaubenzüchter in den Nachkriegsjahren mußten früher sehr hart arbeiten, oft im Hamburger Hafen, mit seinen damals noch unendlich vielen Berufszweigen, wie z.B. Schifffahrt, Werften, Umschlag, Lagerung oder auch Industrie. Es wurden sehr häufig Überstunden und Doppelschichten gemacht, also Zeit und Geld waren knapp, alle diese Gründe machten den damals in Hamburg noch nicht so populären Reisetaubensport, besonders für unregelmäßig arbeitende Menschen, nicht echt attraktiv. Und dieser Umstand ist präzis die Ursache für das Entstehen des “ hellen Reisetaubensports “ in und um Hamburg. Dieses mehr ungezwungene sprach die Züchter von Flugtauben einfach an, man könnte es auch heute etwas moderner, der Zeit entsprechend, ausdrücken und sagen, es war eine Art Kombination von Innovation und Marketing als Ergänzung für den bis dahin bestehenden Flugtaubensport.

Als Abschluß nun noch einige Hinweise über das fliegen selbst im “hellen Reisetaubensport”.
Der technische Ablauf verlief eigentlich nicht anders wie bei den Brieftaubenvereinen, einkorben und den folgenden Tag mit Uhr wieder zurück ins Clublokal, hier wurden nun die Zeiten ermittelt und somit auch über Verlierer und Gewinner. Allerdings gab es beim Einkorben doch ein Unterschied zum Brieftaubensport. Bevor die Tauben in den Reisekorb gingen wurden sie erst einmal optisch gekeurd ( untersucht nach besonders auffälligen Merkmalen von Brieftaubenblut ). Bei den Kopenhagenern E. achtete man u.a. vor allem auf die Zeichnung, bei zuviel an Flügelband war es ein Zeichen von zuviel an Brieftaubenblut, diese Tauben durften nicht eingekorbt werden, also wurden vom Wettstreit ausgeschlossen.
Bei den Reise-Wienern wurden u.a. besonders die Augen unter die Lupe genommen sowie das Format der Taube begutachtet.War das Auge nicht hell genug oder die Statur/Format zu groß ging auch diese Taube nicht mit in den Reisekorb.
Bei den Hamburger Fliegekalotten war ein unerkennbares Einkreuzen nicht möglich, diese Tauben flogen allerdings in der Regel auch nur kürzere Abstände von so max. 40 Km.
Startplatz für den Wettflug lag von Hamburg aus gesehen in westliche, nordwestliche oder nördliche Richtung also Richtung Nordsee / Dänemark.
Flugrichtung bei Auflass also entgegengesetzt Richtung Hamburg.
Alle damals eingesetzten hellen Reisetauben flogen niemals über de Elbe ( Tidestrom ), übrigens auch nicht beim täglichen Flugtraining der Tauben, wobei der Abstand zur Elbe bei mehreren Züchtern ( auch bei mir ) nicht weiter als 150 Meter Luftlinie war.
Erst in späteren Jahren ( habe ich persönlich nicht mehr mitgemacht ) flogen die modernisierten Kopenhagener Elstern auch weitere Abstände, so z.B. von Kassel Richtung Hamburg, hierbei mußten die Tauben allerdings doch die Elbe überqueren.
Je nach Zeit und Möglichkeit der Züchter wurden die einzusetzenden Tauben 1 bis 2 x per Woche abgerichtet, bis zu ca. 20 Km ( oft mit dem Fahrrad ), außerdem wurde sehr häufig in einer Kombination geflogen, schon deshalb um die doch vielfach unregelmäßigen Arbeitszeiten abzufangen und auch die Versorgung der Tauben zu gewährleisten.

NL – Steenwijk – 2015 R.R.

Herbsttreffen in Ingwiller – Text und Bilder Franco Visonà

Herbsttreffen bei Roby Lung in Ingwiller / Frankreich

Bei herrlichem Wetter war der VSF am 10.September 2017 beim langjährigen Wiener Hochflieger Züchter Roby Lung im Elsass eingeladen.
Wer nach der schönen Reise in Frankreich von der Autobahn abgefahren ist, der tauchte in die herrliche Landschaft Richtung Ingwiller ein.
Roby und seine Frau Doris wohnen in einem schönen, stilvollen Haus mit grossem Garten.
In den grosszügigen und sauberen Schlägen hält sich Roby Wiener Hochflieger und Cjung Hochflieger. Seit vielen Jahren schon züchtet er mit grosser Leidenschaft. Geflogen wird aus dem Dachstock in einem typischen Dachschlag.
Nachdem um 10:00 Uhr sämtliche Gäste eingetroffen waren, hatte Roby einen Stich von 23 Wienern in den Himmel hochgeschickt.
Herrlich zu sehen gewann der Schwarm schnell und wendig an Höhe.
Eine perfekt kühle Luft mit Sonne und wenig Wolken. Leider gefiel diese gute Konstellation auch dem Wanderfalken. Er sprengte den Schwarm auseinander und jagte nach gut 10 Minuten bereits mit Erfolg.
Doch interessant zu sehen, wie sich die einzelnen Tiere danach wieder zu kleinen Trupps zusammenschlossen. Der Flug war natürlich vorbei, doch nach und nach landeten die Tiere auf dem Dach.
In den bereitgestellten Käfigen konnten verschiedene Rassen und Farbschläge bewundert werden.
Beim gemütlichen Zusammensein wurden wir köstlich bewirtet.
Ein herrlicher Tag bei dem es jede Minute der Reise wert war.
Wir danken Roby und seiner Frau Doris herzlich für die Gastfreundschaft und wünschen weiter “Gut Flug“.

Franco Visonà

Bericht zum FK Treffen Rorbas von Marco Schneider

Ein großes Lob und herzlichen Dank an die Mannschaft des intern. FK-Treffen in Rorbas (Schweiz)

Eindrücke zu dem gut organisierten Flugtauben- Event
Zwei Wochen nach dem leider sehr verregnetem deutschen FK- Treffen in Wabern, hatte der VSF mit dem Veranstalter Hans Gans und dem Gruppenleiter Kunstflug Franco Visona mit Team vom 13.- 16.07.2017 in das idyllische Rorbas nahe Zürich eingeladen. Dieses Treffen war fest in meiner Urlaubsplanung verankert. Im Vorfeld hatte mich Franco informiert, dass ich in den Rassen BR und OR als Wertungsrichter eingeteilt werde. Die Vorfreude war sehr groß. Das Wiedersehen mit den Zuchtfreunden ist etwas Besonderes.
So machte ich mich mit meiner Partnerin Sabine am Dienstag, den 11.07., in Richtung Ennetbürgen am Vierwaldstättersee auf Reise. Franco hatte mit seiner Frau Andrea zu einem „Warm-up“ zum „Chill and Grill“ eingeladen. Im Garten warteten schon Veit Träger mit Freundin Franziska, Günni Demirel, Frank Gessner, sowie Franco und Andrea auf uns. Später gesellte sich noch Heinz Gerber in die Runde. Ein Teil war bereits Montag schon angereist. Nach herzlicher Begrüßung ging es gleich zu den Tauben. Frank Gessner berichtete, dass er bereits einen Stich Wuta aus der Zucht meines Bruders Stefan, bei Franco gewertet hat. Leider wurde eine Taube durch den Greifvogel sichtbar geschlagen, welches ein gutes Resultat verhinderte. Anschließend machte ich einen Anwärterflug bei Dunek (offen). Diese stammten aus der Zucht von Uwe Seeger. Wertungsrichter war wieder Frank Gessner. Aufziehender Regen machte es den Tauben nicht einfach. Unsere Gespräche dauerten bis in die Nacht an.
Am Mittwoch hatte ich noch einen Geschäftstermin in Zürich. Alle anderen der Mannschaft zogen nach Rorbas nahe Zürich um. Dort wartete schon unser Freund Hans Ganz auf helfende Hände. Mit der Unterstützung der DFC´ler und anderen Helfern mussten noch das Zelt errichtet, Getränke kalt gestellt, Sitzbänke und Tische aufgebaut, sowie Käfige für mitgebrachte Tauben aufgeschlagen werden. So wurde in kürzester Zeit viel geschafft. Am Abend trafen dann die ersten Wohnmobile und Zelte ein.
Später am Abend wurde vom Veranstalter die Startreihenfolge festgelegt und WR eingeteilt.
So durfte am Donnerstagmorgen gegen 9.30 Uhr Lokalmatador und Ausrichter Hans Ganz mit Sisaker Rollern starten. Leider flogen diese nach einigen Minuten außer Sicht und landeten zu Hause.
Danach startete Hans einen schönen Stich OR, die sich dann als Siegerstich in dieser Klasse rausstellten. Darauffolgend war Heinz Gerber am Start. Dieser bestach mit einem Stich Wuta (560 Punkte) und Wammen (420 Punkte) die in TOP- Qualität vorgeflogen wurden. Diese Leistungen konnten auch bei späteren Schauflügen bestaunt werden. Einen rassigen Stich GR zeigte Peter Lhotsky. Die Tauben blieben trotz mehrerer Greifvogelangriffe schön zusammen und erreichten mit 43 Punkten den 2. Platz. Sieger in dieser Klasse war der Kroate Petar Brlosic mit 48 Punkten. Sehr schöne Stiche mit Birmingham Rollern zeigten Eckhard Bähschnitt (36 Pkt.) und Marcel Steegh (Holland) mit 23 Pkt. Diese durfte ich zusammen mit Veit Träger bewerten. Die Tiere zeigten eine enorme Rollqualität. Leider wurden hier wertvolle Punkte durch Greifvogelangriffe zu Nichte gemacht. Sehr schade!!
Einziges Manko zu diesem Treffen waren zeitweise die vielen Greifvögel am Himmel. Bei einem nationalen DFC Flug mit OR von Detlev Gruschke zählten Peter Lhotsky und ich 17 Greifvögel verschiedener Arten gleichzeitig in der Luft.

In der Purzler Klasse überzeugten Stiche von Walter Mollenkopf (Broder) mit 100 Punkten und Eckard Bähschnitt (Siebenbürger) mit 91 Punkten. Sieger war Petar Brlosic (Kroatien) mit einem Stich Broder mit 223 Punkten. Die Tiere waren sehr aktiv. Dennoch muss darauf geachtet werden, dass es Purzler bleiben und keine Roller werden. 3fach Überschläge sind laut WO nicht gewünscht.
Für mich überzeugte noch ein Stich (Zagreber) in der offenen Klasse mit 85 Punkten von Zvonimir Lukic. Respektabel auch sein Stich Sisaker mit 171 Punkten.
Auch gab es noch andere interessante Rassen. Alle zu nennen würde den Rahmen hier sprengen. Ein Dank und Respekt gilt natürlich jedem Starter bei solchen FK- Treffen, egal wie das Ergebnis ausgefallen ist. Gründe können hierbei sehr mannigfaltig sein.
Freie Zeiten auf dem Flugfeld wurden durch Schauflüge und nationale Wertungsflüge genutzt. Leider sind die Sportsfreunde aus Frankreich trotz Anmeldung nicht angereist. Musa Celik konnte nur ohne Tauben anreisen, da er mit seinen Tieren im Anhänger die Grenze nicht passieren durfte.
Am Rande des Feldes entwickelten sich Fachgespräche und neue Freundschaften. Ich konnte den mehrfachen Weltcup Sieger im Birmingham Kitfliegen Heine Bijker aus Holland persönlich kennenlernen.
Das Flair und die Bewirtung in der Schweiz waren auf das Beste organisiert. Leichter Wind bei sonnigem Wetter schaffte optimale Flugbedingungen. Unser Sportsfreund Veit Träger feierte seinen Geburtstag vor Ort. Die abendlichen Zusammentreffen nach dem Sport förderten den Zusammenhalt. Lehrreich sind die Fachgespräche untereinander.
Das Interesse an dieser Veranstaltung war groß. Es waren Vertreter der Presse, des Veterinäramts aber auch der Gemeinde und des Gemeinderats vor Ort.
Beim gemeinsamen Züchterabend am Freitagabend sprach auch der Präsident des VSF Stephan Furrer ein paar Grußworte. Später unterhielt uns ein Alleinunterhalter mit seinem Schifferklavier. Die Stimmung war hervorragend.
Am Samstag erfolgten die letzten Flüge mit anschließender Siegerehrung. Urkunden und Pokale wurden durch Franco Visona überreicht. Herzlichen Glückwunsch an alle Platzierten. Jeder Stich wurde bei Nennung applaudiert.
Die mitgereisten Damen konnten den Rheinfall in Schaffhausen oder den Tierpark in Zürich besuchen. Beides ist sehr beeindruckend. Aber auch die Stadt selbst, die zu einem der Topmetropolen Europas zählt. Nur 50 m vom Flugplatz war ein Freibad beheimatet. Auch dort gingen einige zum Ausgleich hin. Somit wurde die Sache rund. Langeweile gab es nicht.
Abschließend sage ich hier dem gesamten Team des VSF, stellvertretend dem Ausrichter Hans Ganz mit all seinen Helfern, sicher im Namen aller Anwesenden, eine herzliches Dankeschön für die tolle Zeit in der Schweiz. Ein Dank geht weiterhin an alle Teilnehmer für das Starten ihrer Tiere, vor allem diejenigen, die Verluste erleiden mussten. Aber auch ein Dank an die Wertungsrichterkollegen, denn ohne ihre Arbeit wäre ein sportlicher Wettkampf nicht möglich.
In diesem Sinne wünsche ich auch weiterhin maximale Erfolge!
Mit sportlichem Gruß

Marco Schneider, Viernau ( DFC Gruppe 10)

 

Bilder zur Erinnerung an die grossartigen Tage der FK-Meisterschaft VSF

Die Bilder können aus meiner Dropbox heruntergeladen werden!

https://www.dropbox.com/sh/1bnp7vntjld0t3o/AAAPT7OdMvahUlFD9tkHb6oea?dl=0

 

Leider kenne ich den Fotografen noch nicht, einige Bilder stammen aus meinem Smartphone.

Peter

Wertungsrichter VSF 2017

 

Folgende WR Kunstflug sind 2017 zugelassen:

Hans Ganz: Alle Rassen ausser DOL

Heinz Gerber: KE,KT,WA,WU,BR

Thomas Heer: Alle Rassen ausser KE

Ivica Jakesevic: Alle Rassen

Uwe Seeger: BR, OR, GR, Rotü, PU, KT, WA, WU, DU

Franco Visonà: Alles ausser Dunek offen

Musa Celik: KE, WA, WU, Dol

Marco Schneider: BR, OR, GR, Rotü, WA, WU

Hamdja Deomic: WA, WU, BR, KT

 

Folgende WR Hochflug sind 2017 zugelassen:

Peter Reinhard

Christian Wingeier

Samuel Baumgartner

Franco Visonà

Marco Schneider

Roby Lung

 

Franco Visonà, 08.07.2017

Jahrsbericht 2016 Gruppe Hochflug

Gruppe Hochflug

 

Jahresbericht 2016

 

Am 4. Sept. 2016 trafen wir uns beim Wiener Hochflugtaubenzüchter Fritz Wüthrich, Herzogenbuchsee, zum alljährlichen Herbsttreffen.

Ca. 30 Personen waren gekommen  und haben die schöne Hochfluganlage von Fritz bewundern können. auch das Wetter spielte mit, so dass ein Stich Wiener Hochflieger aufgelassen werden konnte. Es war wunderschön den Tauben zuzuschauen, wie sie hin und her schwenkten und so ihren rassetypischen Flugstiel zeigten.

Danke Fritz nochmals, auch für die gute Bewirtung !

Am 10. und 11. Dez. 2016 fand in Sumiswald BE die nat. Taubenausstellung statt. Die VSF war mit 2 Werbevolieren vertreten.

Eine davon war mit Wiener Hochflieger und Erlauer Tümmler bestückt. Dies war sicher eine gute Gelegenheit, den Hochflugtaubensport den Besuchern etwas näher zu bringen.

Mit Wiener Hochflieger und Erlauer Tümmler wurden im 2016 Wertungsflüge gemacht.

Meine Erlauer Tümmler zeigen gute Ansätze zum Fliegen, so dass ich sehr gespannt bin, was in diesem Jahr fliegerisch aus ihnen herauszuholen ist.

 

Resultate:

 

Wiener Hochflieger:    1. Peter Berger, Sissach,    344 P.     137 Min.    3,16 Index

                                      2. Peter Reinhard, Rüegsbach,     232 P.     80 Min.    2.90 Index

                                      3. Fritz Wüthrich, Herzogenbuchsee,    206 P.    87 Min.    2.36 Index

 

Erlauer Tümmler:        1. Peter Reinhard, Rüegsbach, 39 P.     33 Min.    1.18 Index

 Peter Reinhard

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EFU Resultate 2016 Gruppe Kunstflug

EFU Resultate 2016 Gruppe Kunstflug

Wiederum sind von den  VSF- Mitgliedern hervorragende Ergebnisse in der EFU erzielt worden.

Sämtliche Titelträger der Birmingham Roller Klassen kommen aus den Reihen des VSF. Bravo Marco Schneider, Dusan Colic, Ivica Jakesevic und Jozef Krasniqi bei der Kit-Wertung.

Des weiteren hat Heinz Gerber bei den Wuta alle in Europa hinter sich gelassen, wir freuen uns sehr auch wenn er bei diesem Flug für den DFC gemeldet war.

Allen Teilnehmern herzliche Gratulation. Die detaillierten Resultate sind unten ersichtlich.

Franco Visonà, GL Kunstflug

EFU – Championat – HS 2016

EFU – Championat – FK 2016

Taubenreise in den Norden

Eine Taubenreise in den Norden

Kunstflugtaubenfreunde unterwegs

Zur Hochzeit von Andrea und Franco Visona in Ennetbürgen (Schweiz) am Vierwaldstätter See im August 2016 war auch unser Sportfreund Christian Duchow mit seiner Partnerin Annika runde 1000 km angereist. Schnell wurde beschlossen, dass auch ein Gegenbesuch stattfinden sollte. So machten sich am 08.10.2016 die Zuchtfreunde Franco Visona und Heinz Gerber gegen 2.00 Uhr morgens von Ennetbürgen auf die Reise. Zirka eine Stunde später wurde Hans Ganz in Rorbas abgeholt.

Das 1. Etappenziel war Viernau in Thüringen. Gegen 8.00 Uhr trafen die Freunde bei meinem Bruder Stefan ein. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es zu Stefans Tauben. Er flog seine Kelebek, sowie Wutas vor. Leider waren die Tiere noch stark in der Mauser und konnten nicht ihr gesamtes Können zeigen. Dies war dann auch später auf der weiteren Reise bei anderen Sportsfreunden der Fall.

Gegen 11.00 Uhr machten wir uns von Viernau auf die Tour gen Norden. So waren wir nun zu fünft im Auto. Wie konnte es natürlich auch anders sein, die lange Fahrzeit wurde mit Gesprächen über unsere geliebten Tauben gefüllt. Es wurde über die Flugkastentreffen, Flugergebnisse, Vorkommnisse bis hin zu Zuchtmethoden gesprochen. Langeweile kam nie auf. Nach ein paar kürzeren Pausen sind wir störungsfrei in Pieverstorf bei Grevesmühlen gegen 18.00 Uhr angekommen.

Am Hoftor des Landgutes empfingen uns eine Familie Border Collis, danach Annika und Christian. Nach einer  herzlichen Begrüßung ging es gleich zu den Tauben, denn einige mitgereiste Wammen und Wutas aus der Schweiz mussten versorgt werden. Das Wetter war etwas nasskalt.

Christian sagte uns, dass ein Großteil seines Bestandes nach einer Krankheit im Sommer verstorben war. Nach einer kurzen Schlagbesichtigung startete er einige griechische Duneks (engdrehend) mit Begleittauben. Für mich eine neue Erfahrung, da ich solche Tauben noch nicht in Aktion gesehen hatte. Die Flüge waren nur als Trainingsflüge angesetzt, da am nächsten Tag Wertungsflüge vorgesehen waren.

Anschließend besichtigten wir Annikas und Christians Bauernhaus. An diesem Neuerwerb gibt es noch jede Menge Arbeit für die Beiden. Christian teilte uns mit, dass wir am Abend gegen 20.00 Uhr zum „Dorf Kino“  beim Nachbarn eingeladen waren.

Bei dem so genannten „Dorf Kino“ treffen sich einige Freunde zum gemeinsamen Abendessen mit anschließenden Filmschauen auf einer Großbildleinwand in geselliger Runde. An diesem Abend gab es Kürbissuppe und Salat von Annika. Vielen Dank nochmal für die Gastfreundschaft. Nach dem gemeinsamen Film fuhren wir ca. 15 Minuten nach Grevesmühlen in die Pension. Nach einem Gläschen Wein zum Abschluss ging es gegen 23.00 Uhr müde ins Bett.

Natürlich war am nächsten Morgen beim ausgiebigen Frühstück das Thema: Tauben, Tauben, Tauben. Beim Blick aus dem Fenster konnten wir einen Schwarm Brieftauben beim ruhigen Ziehen beobachten. Gegen 10.00 Uhr sind wir dann wieder zu Christian gefahren. Wir waren alle gespannt auf die Wertungsflüge der Dunek. Hans und Franco waren die Wertungsrichter.

Heinz Gerber und ich machten einige Anwärterflüge. Hier konnten wir diskutieren, wie der richtige Winkel und die korrekte Entfernung zur Taube zu wählen ist, um die exakte Länge des Sturzes ermitteln zu können.

Für Anwärter sind solche Diskussionen enorm wichtig um Erfahrungen zu sammeln. So flog uns Christian mehrere Tauben mit ihren Begleitern vor. Die Stürze waren teilweise beeindruckend. Aufgrund des Wetters und des Mauserzustands der Tauben waren keine Spitzenergebnisse zu erwarten. Man konnte aber deutliche Unterschiede in Drehgeschwindigkeit und Drehlänge erörtern. Daraus entstanden rege Diskussionen. Danach durfte ich einen Stich Orientalische Roller werten. Die Tauben stiegen gut und zeigten ihre Figurenvielfalt. Ein plötzlich heran nahender Greifvogel drückte den Stich nach unten. Somit war der Flug leider nach fünf Minuten mit 20 Rollpunkten beendet.

Nun rückten wir dem nächsten Programmpunkt etwas näher. Der Besuch des Kelebek Züchter Hasan Özer in Hamburg stand nun an. Bevor wir uns auf den Weg machten,  zeigte uns Annika die beeindruckende Reitanlage in Gadebusch, ca. 10 Minuten Autofahrt von Pieverstorf entfernt. Dort hat sie  zwei Pferde in einer Pension beherbergt, die versorgt werden mussten. Auf der Anlage fand zurzeit ein Reitturnier für Nachwuchsreiter statt. Die angeschlossene Gastronomie wurde von uns getestet. Der erste Glühwein des Jahres wärmte uns von innen.

Anschließend fuhren wir ca. 1 h nach Hamburg. Von weiten konnten wir den Bus der Deutschen Fußballnationalmannschaft sehen, die gerade zu einem Länderspiel in Hamburg gastierten.

Bei unserem Sportfreund Hasan Özer angekommen, fanden wir ein großes Buffet vor. Verschiedene Getränke, Salate usw. wurden uns gereicht. Dazu gab es türkischen Döner, mit frisch gegrillten Fleisch und anderen türkischen Köstlichkeiten vom Grill. Danke an Hasan und sein Team für die tolle Bewirtung. Danach ging es zu den Kelebeks. Er züchtet vorrangig die  Linien der Bozala, Kara kafakuyruk, Araps und Ses aus der Region Izmir (westliche Türkei). Stolz berichtete er über die Entstehung dieser Rasse in seiner Heimat. Man merkte wie er mit Herzblut dabei ist. In zwei ehr kleineren Schlägen waren die Tauben untergebracht. Trotz einsetzender Dämmerung, Nieselregen, Kälte, Mauser und Greifvögeln zeigten die Tauben gute Anlagen. Der typische Schmetterlingsflug war zu sehen und auch das Sturzverhalten war vielversprechend. Die Kelebek-Züchter Hans, Heinz, Franco und Stefan fachsimpelten lange mit Hasan. Ursprung, Unterarten, Verbreitungsgebiete und welcher Typ welche Figuren am besten zeigt. Die mir bekannten Kelis, wie sie liebevoll genannt werden, gehen auf den Ursprung aus Franco Visonas Zucht zurück. Und diese sind im Erscheinungsbild und Abstammung zu Hasans Tieren total verschieden. Extra zu diesem Treffen reiste auch Sportfreund Raimund Matz aus Boizenburg an. Wir konnten von ihm die mitgebrachten Wammentauben bestaunen. Es waren sehr schön gezeichnete Tiere mit kräftigem Körperbau und gut ausgeprägten Kehlwammen. Christian hat einige Tiere für seine Zucht bekommen. Des Weiteren züchtet Sportfreund Matz noch Kelebek.

Gegen 20.00 Uhr hatten wir die Rückreise Richtung Grevesmühlen angetreten. Gegen 21.00 Uhr erreichten wir unser Hotel. Dort ließen wir den Tag mit Wein gemütlich ausklingen.

Natürlich wurde am nächsten Morgen am Frühstückstisch der vorherige Tag nochmals ausführlich besprochen. Leider kam etwas Regen auf, was die Stimmung etwas trübte. Gegen 10.00 Uhr waren wir wieder bei Christian und Annika. Annika befand sich gerade im Aufbruch zur Arbeit. Durch den leichten Nieselregen zeigten die Tauben keine große Fluglust. Christian hatte Besuche bei einigen Rassetaubenfreunden in der Umgebung ausgemacht. Zum Glück wurde das Wetter im Tagesverlauf besser.

Zuerst besichtigten wir die Zucht  von Gerhard Peters. Er gilt als Urgestein in der Komorner Tümmler Szene. Selbst züchtet er die Farbe weiß. Über die Tierqualität und die gepflegte Schlaganlage konnten wir nur staunen. Anschließend lud uns Zuchtfreund Peters in seine Gartenlaube auf einen Kaffee ein. Er berichtete über seine Taubenreisen nach Ungarn in das Ursprungsland der Komorner Tümmler. Franco sprach auch zu einem Erlebnis einer Reise in die Türkei mit Sportfreund Uwe Seeger aus früheren Zeiten. Alle hörten gespannt zu. So gab es viel zu Lachen und die Zeit verflog wie im Flug.

Anschließend besuchten wir die Zuchtfreunde Dieter und Rainer Koliwer, die Berliner  und Hamburger Rassen züchteten. Die Farbenvielfalt und Tierqualität war beachtlich. Auf dem Rückweg besuchten wir Christians Bruder, Marco Duchow. Dieser hatte Orientalische Roller im Freiflug. Nach Besichtigung des kleinen „Tierparks“ mit Hühnern, Enten, Schweinen und Schafen ging es zurück auf das Gut von Christian und Annika. Dort besichtigten wir die Dexter Rinder und die Schweine von Christian. Auch führte er uns in die Zuchtabteilung, wo noch Birmingham Roller, Adana Wammentauben und Wutas zu sehen waren. Für das Abendessen wurde der Grill angeschürt.

Einen Teil des Fleisches lieferte Franco aus der Schweiz. Darunter war feinstes Entrecôte aus eigener Herstellung. Ein zusätzlicher Teil des Fleisches war von einer Schweinekeule aus der Hausschlachtung von Christans Hof. Mit leckerem Salat von Annika war es einfach ein Genuss. Später am Abend stießen noch Marco Duchow mit Gattin zur geselligen Runde dazu. Es wurde bis spät in die Nacht gefachsimpelt, gelacht und gefeiert.

Christian zeigte auch noch einige Auszeichnungen seiner Elsterpurzler aus seiner Zeit als Ausstellungszüchter vor. Immerhin konnte er damals damit einen Kreismeistertitel erringen.

Auch die Gitarre ließ er für uns erklingen. So ging ein schöner Abend in Norddeutschland zu Ende.

Am nächsten Morgen machten wir uns wieder auf die Rückreise, wofür Christian noch einige Besuche ausgemacht hatte. Leider musste Sportfreund Heinz Prescher, der sich aktiv am Wettfluggeschehen im DHC (Deutschen Hochflug Club) mit griechischen Flugmövchen beteiligt, aus gesundheitlichen Gründen den Besuch absagen. Die erste Anlaufstelle am Dienstagmorgen war Sportfreund Kjell Jungnickel in Barnitz. Dies hat mich ganz besonders gefreut, da ich Kjell seit drei Jahren aus dem DHC, wo er Flugwart für Sturzflugtauben und Pressewart ist, kenne und schätzen gelernt habe. Im Zuge der JHV des DHC in Paderborn durfte ich mit ihm einen Trupp Serbische Hochflieger bei Senat Rastoder abnehmen.

Bei einem gemütlichen Kaffee sind wir ins Gespräch gekommen. Aus Platzgründen hat Kjell nur einen geringen Bestand an griechischen Duneks und griech. Flugmövchen. Zudem bedarf es einen großen Zeitaufwand die Dunek täglich zu trainieren. Auch aus Gesprächen mit Uwe Seeger und Udo Mairon, die als Experten für die Rasse gelten, weiß ich, dass ein Bestand mit ca.  15 Dunek ausreichend ist, um gute Ergebnisse zu erzielen. Verluste durch Greifvögel sind ehr gering. Zudem wird jede Taube einzeln mit Begleiter trainiert. Wie auch bei Christian, waren die Tauben voll in der Mauser und das Wetter wollte nicht so richtig mitspielen.  Aber die guten Anlagen waren klar ersichtlich.

Gemeinsam mit Kjell sind war dann zu Sportfreund Dieter Bock nach Rehhorst/ Poehls gefahren. Er ist ein Spezialist für Memeler Hochflieger. Dies beweisen seine Tauben immer wieder mit vorderen Plätzen im DHC Wettfluggeschehen. Kurz nach dem Start eines Trupps war auch schon der Greifvogel zur Stelle. Sportfreund Bock hatte auch in diesem Jahr wieder Verluste durch den Greifvogel hinnehmen müssen. In Käfigen zeigte er uns einige seiner erfolgreichen Zuchtpaare. Dazu durften wir seine Spitzenzucht Ko- Shamo in verschiedenen Farbenschlägen bestaunen. Dazu hatte er wunderschöne Flugmövchen auf seiner Schlaganlage.

Nach dem Besuch bei Dieter Bock verabschiedeten wir uns von Christian und Kjell. Gegen 13.00 Uhr traten wir die Heimreise Richtung Viernau an, wo wir gegen 19.00 Uhr eintrafen. Den Abend verbrachten die drei Schweizer Sportfreunde bei Stefan zu Hause. Zur Runde kam dann noch unser Vater Bernd Schneider dazu.

Am Mittwochmorgen trafen wir uns an der Anlage meines Bruders Stefan. Einige Tiere wechselten noch ihren Besitzer, letzte kurze Absprachen wurden getroffen und dann verabschiedeten wir uns. Am Abend erhielten wir die Nachricht, dass die Schweizer Freunde wohlbehalten zu Hause angekommen seien.

Unser Dank gilt Christian für die Organisation, Annika für die gute Bewirtung, all den Züchtern, die uns ihre Tiere gezeigt bzw. vorgeflogen haben und Franco, der uns vorzüglich „kutschiert“ hat.

Es war eine sehr schöne, informative Reise. Solche Reisen sollten viel öfter durchgeführt werden. Wir wünschen allen Sport- und Zuchtfreunden viel Erfolg für 2017.

Mit freundlichem Gruß

Marco Schneider, Viernau

 

 

 

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