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Herbsttreffen der VSF bei Urs Hafner in Niederbipp

Am 16. September 2018 lud Urs Hafner und seine Partnerin Marlise zum Herbstreffen der VSF. In der grosszügig gestalteten Kleintieranlage Hübelimatt besitzt Urs ein mustergültiges Taubenhaus,  von dem mancher Züchter gerne träumt. Eingerichtet als Hochfluganlage für seine rassigen Wiener Hochflugtauben, muss dieses Haus seinem Besitzer schon eitel Freude bereiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei unserer Ankunft, fielen uns die „Ferraristi“ des Flugtaubensports, in ihren leuchtend roten Vereinsdress, von weitem auf. Alle waren sie da, die Persönlichkeiten des Flugtaubensports, unser, aus dem Elsass doch am Weitesten angereiste Roby, sorgte mit seiner Anwesenheit dafür, dass aus dem Treffen sogar ein internationaler Anlass wurde. 

 

 

 

 

 

 

Ein grosser Dank gebührt unseren Gastgebern für das leckere, wunderschön hergerichtete Salatbuffet mit  Beilagen und die offerierten Getränke. An den beiden Grills durften wir unsere mitgebrachten Grilladen zubereiten. Ein gemütliches Mittagessen  mit den entsprechenden Gesprächen und Fachdiskussionen nahm so seinen Lauf und die Zeit verging wieder einmal wie im Flug.Als Krönung startete Urs seine Wiener Hochflieger zu einem Wertungsflug. Leider wollten sie nicht so recht aufsteigen. Sicher war da der Hauptgrund, die Anwesenheit von Wanderfalken. In dieser felsigen Umgebung finden die schnellen Räuber ein ideales Brutbiotop! Tragen doch die Burgen in Balsthal, einer Nachbargemeinde, den Namen des Falken, mit Neu- und alt Falkenstein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nochmals vielen Dank unseren splendiden Gastgebern und natürlich unseren Vereinskollegen für die rege Teilnahme!

PB

 

…und plötzlich kommt man aus dem Staunen nicht mehr hinaus!

Am 17. August 2019 sind wir nach Viernau gereist um den 1. Geburtstag unseres Patenkindes Ben Schneider zu feiern.

Feiern heisst für uns Taubenzüchter natürlich nicht nur ein Bierchen trinken, sondern auch kurz mal ein paar Tauben fliegen.

Stefan züchtet seit Jahren Wuta, Altdeutsche Mövchen und seit 4 Jahren auch Kelebek.

Als wir Samstag früh aus dem Auto gestiegen sind sagte ich als erstes, Stefan heute ist gute Luft. Angenehmer Wind, kühle Luft und Sonne. Stefan lachte und sagte jaja, und dann hocken sie nach zwei Runden auf den Dächern.

Als ich die gezüchteten Jungtiere sah staunte ich nicht schlecht. Elegante Kelebek, schön im Stand, schnittige Figuren, schöne Köpfe, agil auf den Beinen. Schönere Tiere habe ich selten gesehen. Beim rauslassen des etwa 20 Tiere grossen Flugstichs fiel sofort auf wie Flugfreudig die Kelebek sind. Alle tippeln auf dem Boden umher und es brauchte kein grosses Jagen bis sie aufgeflogen sind.

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Der Trupp stieg leicht und locker auf und legten sich gekonnt in den Wind. Schon nach 2 Minuten war der Schwarm in Mittlerer Höhe und nun fing das Schauspiel an.

Einzelne Tiere begannen zu drehen und wie. Einige Male konnte ich ein wow nicht zurückhalten. Enge Spiralen, schnell, sehr schnell einfach sensationell. Ein Blaubärtchentäuber schoss sicher 40 Meter horizontal durch den Himmel, sauber und ohne an Höhe zu verlieren. Solch einen Flug habe ich trotz jahrelanger Erfahrung nur selten gesehen. Ein ständiges Rauf und Runter, gute Harmonie im Stich, keine die nebenher geflogen ist und gestört hat. Nahe am Perfekten halt.

Stefan hat nach einigen Minuten gedroppt, sofort kamen die Tiere ins Spiel und zeigten ein Feuerwerk ihrer Kunst. Ein Kelebek stiess mit offenen Flügeln in die Drehfiguren hinein. Figuren die man nicht alle Tage sieht.

Ich war baff, begeistert was da gerade abgegangen ist. 

Stefan lachte. Wenn das immer so wäre ☺. Ich weiss, dass Stefan ein fleissiger Trainer ist und täglich mehrmals seine Tiere startet.  Ein Geheimnis ist sicher auch die ausgeglichene Linienzucht welche Stefan betreibt. Die Tiere harmonieren in der Luft und es sind nur wenige Tiere welche er selektionieren muss.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles in allem habe ich in all den Jahren nicht viele solcher Flüge gesehen, selbst bei mir zu Hause nicht. Kompliment dem Züchter und Trainer Stefan. Einfach wunderbar.

Bei den Wuta sah man klar, wie die Linienzucht Fortschritte gemacht hat. Einheitliche Tiere welche leicht steigen und sofort aufs Droppen reagieren. Tiere die gerade stürzen und brausen, dass man meint kleine Raketen kommen auf einem zu. Sehr gute Tiere die trotz beginnender Mauser gute Leistungen zeigten.

Riesen Kompliment an Stefan Schneider, ich weiss jetzt, dass ich mich mehr ins Zeug legen muss mit meinen Tieren um mithalten zu können.

Ich liess es mir natürlich nicht nehmen auch bei Marco Schneider, dem grossen Bruder von Stefan, ein Stündchen zu verbringen.

Ich wollte ja auch Roller sehen. Marco züchtet seit einigen Jahren Birmingham Roller und neu auch Galatzer Roller. Einige Orientalen sind auch noch auf dem Hof und ich wollte natürlich alles sehen ☺.

Am Mittag wurden bei grosser Hitze erstmal 3 Galatzer gestartet. Ein sehr agiler Trupp, schnelle kurze Rollen und trotz Hitze sehr aktiv. Nach 20 Minuten hat Marco die Galatzer aufs Landekreuz gelockt und es wurden Birmingham gestartet. 

Die drei Tiere stiegen schnell auf Höhe und rollten sehr schnell und aktiv. Die Rollen waren nicht sehr tief aber sicher genug tief, dass man Punkte drücken konnte. 

Die Birmingham sind wirklich sehr gut gezüchtet, eng zusammen zogen sie ihre Runden und arbeiteten sehr gut. Sehr schön anzusehen. 

Nach der Landung wurden drei Orientalen gestartet. Aktiv und vielseitig zeigten sich die Tiere bis… ja bis ein junger Habicht das geschehen sprengte und ein weiteres Fliegen verunmöglichte.

Marco hat mit sehr viel Fleiss aus sehr vielen Tauben das Beste in Stiche verschmolzen und ich drücke die Daumen, dass er weiterhin gut trainieren kann.

Ich möchte mich herzlich für die Gastfreundschaft bedanken, welche uns stets bei den Schneiders entgegengebracht wird. 

Hier sind nicht nur exzellente Flugtaubenexperten am Werk, sondern auch gute Freunde welche stets mit Rat und Tat beiseite stehen.

Franco Visonà,  August 2018

Rückblick auf das internationale Flugkastentreffen Hofheim 2018

 

Hofheim in Unterfranken. Zum dritten Mal lud die Gruppe 10, Mainfranken unter der Leitung von Gruppenleiter Udo Mairon zu einem internationalen Flugkastentreffen in die schöne Fachwerkstadt Hofheim in Unterfranken ein. Dieses fand vom 28.06.- 01.07.2018 statt. Den reibungslosen Ablauf gewährleistete die Flugleitung um Frank Gessner und Harald Lommel. Aber ein Dank gilt ebenso allen Helfern und Frauen für die gute Unterstützung. Nur somit konnte dies zum Highlight in der diesjährigen Flugtaubenszene werden. Dies bestätigten auch die ausländischen Gäste mit denen ich gesprochen hatte. Auch der EFU Präsident Franco Visona, der mit seiner Gattin Andrea vor Ort war, fand nur lobende Worte. Ein Dank gilt auch der Stadt Hofheim mit dem Bürgermeister Herrn Wolfgang Borst die die Duschen im angrenzenden Freibad kostenlos zur Verfügung stellte. Das Fluggelände am Vereinsheim des GZV Ibind war optimal vorbereitet. Petar Brlosic aus Kroatien sprach sogar von einem der besten Flugplätze überhaupt. Weiter betont dieser, dass auf diesem Gelände die Tauben gut gesehen werden können und die Flugteilnehmer optimal auf ihre Tauben einwirken können. In der Ausstellungshalle des Vereinsheims befanden sich Käfige für mitgebrachte Tiere. Dort herrschte reger Betrieb. So konnte manches Tier seinen Besitzer wechseln. Viele schöne Tauben waren dort zu bewundern. Dafür ein Dank an den GZV Ibind, die auch eine optimale Betreuung der Flugteilnehmer und Gäste über alle Tage sicherstellten.
Zum einen geht es bei so einem Treffen um den sportlich fairen Wettkampf mit unseren Flugtauben, aber auch um das Pflegen von Freundschaften. So sieht man immer wieder wie herzlich sich untereinander begrüßt wird bzw. Flugleistungen angefeuert werden, aber auch Anteilnahme bei unvorhergesehenen Ereignissen. Sprachbarrieren scheinen nicht vorhanden zu sein. Beim abendlichen Zusammensitzen sind mehrere Länder vereint. Auch als Neuling oder Nichtteilnehmer wird man in die Gemeinschaft integriert. Das FK- Treffen hat somit auch einen kulturellen Stellenwert vereint mit sportlichem Wettkampf. Eben ein besonderes Flair.
In Hofheim wurden 68 Stiche von 29 Teilnehmern in allen vorhandenen Wertungsklassen geflogen.
Diese kamen aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Kroatien, Serbien, Tschechien, Frankreich und der Türkei. Auch gab es einige sehr seltene „Perlen“ zu sehen. Manche Sportfreunde konnten Spitzenleistungen mit Rekorden erreichen, andere wiederum hatten bei starkem Wind viel Pech.
Viel Glück hatten wir damit, dass außer ein paar für Tauben ungefährliche Turmfalken und Rotmilane keine Greifvögel wie Habicht, Sperber oder der gefürchtete Wanderfalke über die komplette Wettkampfzeit zu sehen war. Das Thema „Greifvögel“ war auch an diesem Wochenende Gesprächsthema. Teils erzählten Sportfreunde von hohen Verlusten. Dies führt zu Trainingseinschränkungen und Verlusten bis hin zur Nichtteilnahme an der Meisterschaft bzw. muss dann die B- oder C- Mannschaft gestartet werden. Schade!! Dies betrifft auch die Heimatschlag- Flieger, vielleicht diese sogar mehr, da sich die Greifvögel auf einen Platz einfliegen können. Enorme Verluste verzeichnen hier auch die BR- Kitflieger, die neu in die EFU (Europäische Flugroller Union) nach ihrer Probezeit aufgenommen wurden.
Am Donnerstagmorgen starte Peter Lhotsky als Lokalmatador pünktlich um 08.15 Uhr bei leichtem Wind mit einem Stich OR (Orientalische Roller). Er konnte in 23 Minuten 207 Punkte erreichen. Zusammen mit Jürgen Siebert war ich als Wertungsrichter eingesetzt.

Die Tauben zeigen Klasse Rollen und eine variables Figurenspiel. Wie es sich später herausstellte, war es sogar der Siegerstich in dieser Klasse. Uns als WR (Wertungsrichter) haben die Tauben viel Spaß gemacht. In der Wertungsklasse der OR wurden im Wettkampf sieben Stiche geflogen. Das Niveau in der Klasse war sehr hoch. Aber auch die Stiche von Dusan Colic (Schweiz, 186 Punkte; 25 min), Petar Brlosic (Kroatien, 186 Punkte; 28min) waren sehr gut und zeigten den rassetypischen Flug der Orientalen. Die Tiere von Karl Fehnle (101 Punkte; 16 min) und Hans Ganz (Schweiz, 94 Punkte; 15 min) hatten Probleme mit starkem Wind oder zurückkehrenden Tauben. Detlev Gruschke verlor sogar bei leichtem Regen und starkem Wind den kompletten Stich am Donnerstagabend.
Nach dem Auftritt der OR machte Peter Lhotsky seinen Stich GR (Galatzer Roller) bereit. Zu dieser Zeit wurde der Wind bereits stärker und sehr böig. Auch eine umherfliegende Kunstflugtaube wirkte auf diesen Stich und verschiedene Weitere negativ ein. Somit konnten diese in 10 Minuten 50 Punkte erreichen. Auch der Stich von Heinz Gerber (Schweiz, 53 Punkte; 12 min) hatte ähnliches Niveau. Den Ausreißer stellte Petar Brlosic aus Kroatien mit seinem Stich, der 200 Punkte erreichen konnte. Ein Rekordflug. Diese Tiere zeigten das ganze Repertoire dieser Rasse. Wir als Wertungsrichter, Jürgen Siebert und ich, hatten viel Freude mit diesen Tauben. Nach Ansage „Wertungsende“ setzte Petar seine Dropper und nur 2 Minuten später waren die Tauben in den Kasten eingesprungen. Hier sah man auch den guten Trainingszustand der Tauben. Eine vorbildliche Arbeit !! Für mich einer der besten Stiche des Treffens. Herzlichen Glückwunsch! Diese Leistung wird in diesem Jahr nicht mehr zu schlagen sein. Einen weiteren GR- Flug zeigte Reiner Schlage. Die Tiere erflogen in 13 Minuten 34 Punkte. Diese waren aber vom Typ völlig anders. Reiners GR rollten sehr schnell und sehr tief, sodass fast jeder Rollvorgang einen Doppelpunkt ergab. Hier konnte man gut erkennen, dass verschiedene Richtungen gefördert werden können und manchmal als ganz andere Rasse erscheinen. In der Klasse der GR flogen 6 Stiche.
Am Donnerstag flogen unsere eidgenössischen Freunde Hans Ganz und Heinz Gerber. Der zunehmende Wind machte es jedem Starter immer schwerer. Ein Stich Wutas von Heinz Gerber wurde in Punkthöhe gesehen, doch die Tiere wurden immer weiter abgetrieben, sodass die Tauben plötzlich weg waren. Dies ergab leider null Punkte. Später kamen die Wutas doch wieder zurück zum Feld. Der Kenner wusste genau, es ist nicht das wahre Leistungsvermögen der Tiere. Die Sturzflugtauben- Freunde waren wirklich benachteiligt. Es wurden insgesamt 5 Stiche Wutas gestartet. Sieger war Musa Celik (Frankreich) mit 410 Punkten, der bei etwas milderem Wind flog. Aber auch hier konnte das Leistungsvermögen nicht ausgeschöpft werden. Ähnlich hatte es sich in der Klasse der Wammen (6 Stiche) zugetragen. Hier gewann Heinz Gerber mit 460 Punkten. Diese beiden Klassen wurden von Franco Visona und Stefan Schneider bewertet. Durch den Wind konnten die Stürze nicht exakt geflogen werden. Es kam vermehrt zum Schaukeln oder die Tauben unterbrachen um sich zu stabilisieren.
Erfreulich war die Anzahl der Flüge in der Klasse der Kelebek. Hier flogen drei 4er Stiche und ein 8er Stich. Die Wertungsrichter Franco Visona und Veit Träger konnten kaum Schmetterlingsflug protokollieren. Leider ist diese Rasse auch sehr windanfällig. Schöne Spiralflüge waren nur ansatzweise zu erkennen. Ein Dank gilt hier den Teilnehmern, dass diese trotzdem ihre Tiere starteten. Sieger war der vierer Stich von Musa Celik mit 270 Punkten.

Ein weiterer Beweis für die Windanfälligkeit unserer Tauben war in der Klasse der Dunek zu sehen. 4 Starter mit Dunek offen. Wertungsrichter Udo Mairon, der diese Rasse selbst seit vielen Jahren züchtet, hatte mit den Teilnehmern oft Mitleid. An seiner Seite bewertete Peter Lhotsky. Hier musste Sportfreund Heinz Gerber auch bei Wind im Einzelstart abliefern. Seine Tiere konnten 120 Punkte erreichen. Im Vergleich dazu, konnte er am nächsten Tag, im Rahmen eines Schauflugs, mit den gleichen Tieren fast die doppelte Punktzahl verzeichnen. Musa Celik konnte mit seinen Tieren bei guten Bedingungen 233 Punkte protokollieren lassen.
Ab kommendem Jahr ändert sich etwas in der Wertungsordnung bei den Dunek. Auf Antrag wurde bei der EFU- Sitzung die Abschaffung der Stichwertung beschlossen. Ab dann werden ausschließlich Einzeltiere geflogen. Die Änderung soll es Teilnehmern und Wertungsrichtern einfacher machen. Der EFU Präsident Franco Visona hofft dann auf eine bessere Beteiligung durch die Vereinfachung. Nähre Informationen werden durch die EFU veröffentlicht.
Schaut man sich die Ergebnisliste an, sind viele Ergebnisse aufgrund der Windlotterie vom Donnerstag zu Stande kommen. Freitagmorgen wurde zwar bei gutem Wetter gestartet und die Teilnehmer und Wettkampfleitung waren sehr optimistisch für den Tag, doch einige Stiche wurden auch von zurückkommenden Tauben gestört. So bei einem Stich BR (Birmingham Roller) von Karsten Müller, wo plötzlich 8 Tiere von 4 Rassen am Himmel waren. Alle Teilnehmer waren sehr rücksichtsvoll, sportlich fair und kameradschaftlich. So gab es keinerlei Vorwürfe untereinander, ehr im Gegenteil. Tiere von Kameraden wurden mit ein gelockt und zurückgegeben.
Am Freitagabend setzten sich die Delegierten der Länder und des Präsidiums zur jährlichen EFU- Sitzung zusammen. Diese Versammlung verlief sehr harmonisch. Ein Ergebnis dazu war die Einstellung der 30 Minuten Wertungszeit bei Rollern und Purzlern auf dem Heimatschlag ab 01.01.2019. Des Weiteren wie angesprochen die Annahme des BR Kit- Flugs, die aus meiner Sicht eine Bereicherung darstellt.
Leider fehlte der EFU-Flugwart Andrej Margetin nachvollziehbar aus persönlichen Gründen und EFU Koordinator Stevan Dozet, der seine Tiere nicht über die Grenze bringen durfte bei dem Treffen. Dies ist sehr bedauerlich, denn gerne hätten wir deren Tiere im Wettkampf gesehen. Diese zwei Züchter sind ausgezeichnete Könner ihres Faches.
Schon im letzten Jahr in der Schweiz zum internationalen FK- Treffen in Rorbas durfte z. Bsp. Musa Celik nicht einreisen. Es ist immer sehr schade, wenn aus solchen Gründen Top- Tauben an einer Meisterschaft nicht teilnehmen dürfen.
Am Abend hat man um die Zelte hier und da Züchtergruppen zum gemeinsamen Meinungs- und Erfahrungsaustausch gesehen. Viele Freunde sammelten sich um ein „Schwedenfeuer“. Es war eine sehr lustige Runde.
Am Samstag wurde bei heißem Wetter der Flugbetrieb fortgesetzt.
So verlief das Treffen sehr harmonisch.
Wenn ich anfangs von „Perlen“ sprach, möchte ich hier noch etwas darauf eingehen.
In der Purzlerklasse war ein toller Stich Ostpreußische Werfer mit 45 Punkten in 14 Minuten von Jürgen Siebert zu sehen. Die Tiere flogen in schöner Höhe immer um den Kasten. Für alle Zuschauer gut zu sehen. Die Beobachter waren begeistert. Sportfreund Eckard Bähschnitt (56 Punkte; 15 min) und Sportfreundin Elly Mollenkopf (83 Punkte; 13 Minuten) zeigten ihre Siebenbürger in guter Qualität. Die 7 Stiche starke Purzlerklasse wurde dieses Mal nicht

durch die starken Broder, sondern durch die Culbutant Francais (CF) von Mika Batal (Frankreich) dominiert. Er sicherte sich mit 189 Punkten in 23 Minuten den 1. Platz. Harald Lommel und Frank Gessner werteten hier.
In der Klatschtümmler- Klasse werteten Heinz Gerber und Oliver Moser. Es konnten drei Soloflüge und sieben Stichflüge bestaunt werden. Diese Klasse beherrschte Sasa Miljanovic mit seinen Takla. Sein Stich erflog in 30 Minuten 436 Punkte. Sein Soloflieger brachte in 6 Minuten 41 Punkte auf die Uhr. Als weitere Rasse konnten wir schöne Bakiner in Aktion erleben.
Bei den Rolltümmlern mit drei Stichen Sisakern verlor leider Hans Ganz seine ganze Mannschaft. Schade!! Die Klasse überragte Zvonimir Lukic mit 221 Punkten in 30 Minuten Flugzeit. Später sagte mir Frank Gessner, seines Zeichens Roll- und Purzlerwart im DFC, dass es die Besten gewesen seien, die er je gesehen hätte. Der zweite Wertungsrichter, Heinz Gerber, der mit ihm bewertete bestätigte diesen Eindruck.
Unser Sportfreund Musa Celik flog als Einzigster Dolapci. Schön, dass diese auch anwesend waren. Die Tiere zeigten den typischen Schwalbenflug. Hier wurden 259 Leistungspunkte mit einer Lockzeit von 40 Sekunden protokolliert.
In der offenen Klasse wurden Rakonitzer und sogar Krasnodarer gezeigt. Mit seinen Krasnodarern schaffte Bernhard Grauert 110 Punkte in einer Flugzeit von 14 Minuten. Des Weiteren flog Zvonimir Lukic ́ seine Zagreber Roller vor. Diese durfte ich erstmals im Vorjahr zum FK- Treffen in der Schweiz zusammen mit Heinz Gerber werten. Aufgrund der akribischen Arbeit des kroatischen Sportfreundes wurden alle Bedingungen zur Anerkennung erfüllt. In der Folge konnten die Zagreber Roller zur EFU- Sitzung als neue Rasse in der Gruppe der Rolltümmler eingestuft werden. Herzlichen Glückwunsch!
Reinhard Wetterich erreichte mit einem harmonischen Stich Rakonitzern in 22 Minuten Flugzeit 130 Leistungspunkte.
Zum Abschluss des Wettkampfs haben wir den besten Flug des neun Starter starken BR Feldes gesehen. Vielleicht sogar den besten Stich des Treffens. Zvonimir Lukic ́(Kroatien) erflog in 30 Minuten beachtliche 138 Punkte. Für Veit Träger und mich als BR Züchter war es eine Freude diese Tiere zu bewerten.
Die Tauben hatten solch eine Freude, dass sie gleich nach Auflass begannen zu rollen. Ein Tier beendete den Rollvorgang kurz vor dem Boden, fing sich und flog ohne Bodenberührung sofort nach oben. Der Stich flog sehr eng zusammen und rollte sogar partiell synchron. Tolle Leistung!! Das war ein furioser Schlusspfiff des Wettkampf ́s!! Auch die Tiere zuvor von Eckard Bähschnitt (52 Punkte; 30 min) und Christian Duchow (53 Punkte, 26 min) waren beachtlich, hatten aber mit starken Wind zu kämpfen. Zeitweise flogen sie sogar ausser Sicht der WR.
Am Samstag gab es noch die Siegerehrung nach einem leckeren Abendessen.
Einige machten sich danach gleich auf einen teilweise weiten Heimweg. Die weitesten Teilnehmer waren aus Kroatien mit über 1200 km Strecke!!
Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern. Allen Teilnehmern, den Ausrichtern, den Wertungsrichtern und Sponsoren gilt ein Dank für den gelungenen Event.
Gerne wären wir auch wieder zu Gast in Hofheim!

Leider konnte hier nicht jeder benannt werden, der es vielleicht verdient hätte. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Der Bericht ist aus den Augen des Verfassers.
Sollte etwas vergessen worden sein bitte, ich dies ebenfalls zu entschuldigen.
Das nächste Flugkasten- Treffen findet in Bernbeuren statt. Auf ein Wiedersehen !!
Für die in Tschechien, Frankreich, Serbien und zum ersten Mal in der Türkei stattfindenden Meisterschaften wünsche ich allen Freunden maximalen Erfolg und gute Reise.

Mit sportlichen Grüßen
Marco Schneider
DFC, Gruppe 10, Mainfranken Viernau, den 01.07.2018

Wunderbares Frühlingstreffen bei Familie Dusan Colic in Solothurn

Einladung  –  Sonntag 27. Mai 2018 ab 10.00 Uhr bei  Dusan Colic, Weststadtstr. Kleintiersiedlung Brunmatt  4500 Solothurn

 

Hier Francos Bericht!

Wunderbares Frühlingstreffen bei Familie Colic in Solothurn

Am Sonntag, 27.5.2018 trafen sich gegen 30 interessierte Flugtaubenzüchter bei unserem Mitglied Dusan Colic (genannt Dule) in Solothurn. 

 

Wir wurden gegen 10.00 Uhr sehr herzlich von ihm und seiner Familie empfangen.

Dusan hält seine Tauben in einer grosszügigen Kleintieranlage. Von klein auf züchtet er Tauben und kann sich ein Leben ohne Tiere gar nicht mehr vorstellen.

Seine Hauptrasse sind die Birmingham Roller die er für den Kit Flug trainiert. Schöne kompakte Tiere in den unterschiedlichsten Farben waren da zu sehen.

Daneben hält er auch noch Orientalische Roller, die man gut an deren Amselstellung unterscheiden konnte.

Die Flugstiche sind in ihren Trainingsboxen untergebracht und werden täglich trainiert.

Im Zuchtschlag herrscht Ordnung und die grosse Voliere gibt den Tieren die Luft und die Sonne die sie brauchen um vital zu bleiben.

Sehr schön war, dass auch eine kleine Delegation vom DFC als Gäste bei uns waren.

Der neue DFC Präsident Jürgen Siebert mit seiner Rita, Walter und Elly Mollenkopf und auch Alessandro Ruckabele waren dabei.

Super, bei schönem Wetter mit all den Kollegen von Kunstflug und Hochflug zusammen zu sitzen. Peter Berger hat uns über seine Versuche mit seinem neuen Höhenmesser berichtet. Sehr interessant wie man moderne Technik mit unserer Taubenzucht verbinden kann.

Dusan liess immer wieder Stiche an Rollern steigen. Hier hat man gut gesehen, dass die Tiere immer wieder von Falken angegriffen werden. Nichts desto trotz gibt Dule nicht auf. Fliegen müssen sie. 

Tiere wurden getauscht und und sogar diverses Taubenzubehör hat neue Besitzer gefunden.

Der Grill wurde am Mittag angeworfen und wir wurden wunderbar bewirtet. Ganz herzlichen Dank.

Am Nachmittag hat Walter Mollenkopf seinen Flugkasten auf dem Parkplatz aufgestellt und es wurde ein Stich Broder Purzler geflogen. In 18 Minuten wurden 156 Punkte erflogen. Faszinierend wie man Flugkastentiere auf so kleinem Raum zu so hervorragenden Leistungen bringen kann. Hut ab Walter, du bist ein sehr guter Trainer.

 

 

 

So gingen die Stunden am Frühlingstreffen viel zu schnell vorbei.

Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Anwesenden für das erscheinen bedanken und ganz herzlich bei der Familie Colic, die uns einen schönen Tag beschert haben.

Franco Visonà, Mai 2018

 

Hochflugresultate 2018

Die ersten Hochflugresultate 2018 wurden bereits im März erflogen.  Hoffentlich ein Ansporn für weitere Zuchtfreunde! Auch mit kleinen Stichen können tolle Resultate erflogen werden.

31. März Peter Berger Sissach  

6 Wiener Hochflugtauben 1017 Punkte 217 Min. 4.68 Index

24. März Fritz Wüthrich Herzogenbuchsee  

8 Wiener Hochflugtauben  241 Punkte 111 Min. 2.17 Index

 

Bericht Gruppenleiter Hochflug 2017

VSF Jahresbericht Hochflug 2017

Einer der Höhepunkte dieses Jahr war sicher das Hochflugtaubentreffen bei Roby Lung, im Elsass, Frankreich. Er ist ja ein sehr erfolgreicher Züchter von Wiener Hochflieger und rumänischen Ciung Hochliegern. Leider konnte ich nicht
dabei sein, da ich mir einige Tage zuvor den Arm gebrochen hatte. In unserer VSF Home Page ist aber ein sehr schöner Artikel von Franco Visona über dieses Treffen.
Danke nochmals Roby, für das tolle Treffen!
Leider war auch dieses Jahr bei einigen Züchtern der Wanderfalke sehr „aktiv“.
So konnten diese Hochflugzüchter mehr schlecht als recht ihre Tauben trainieren.
Peter Berger gelang aber trotzdem ein sehr ansprechender Wertungsflug.
Insgesamt haben 3 Züchter an Wettflügen mitgemacht. Alle mit Wiener Hochflieger.

Resultate:

1. Peter Berger, Sissach 391P. 93 Min . Index: 4,20
2. Fritz Wüthrich, Herzogenbuchsee 75 P. 60 Min. Index: 1,25
3. Peter Reinhard, Rüegsbach 66 P. 36 Min. Index: 1,83

Erwähnenswert ist auch noch, dass unser Mitglied, Roby Lung, Frankreich, mit Wiener Hochflieger, den ersten Platz im Deutschen Hochflug Club errungen hat.
Seine Tauben erreichten 860 P. in 210 Min. und flogen einen Index von 4.10.
Dieser Flug reichte übrigens auch zum VDT Meister bei den Wiener Hochflieger.
Herzliche Gratulation Roby !!

Wäre schön, wenn im 2018 mehr Züchter bei den Wertungsflügen mitmachen würden. Auch andere Hochflugrassen z. B. Serbische, Stralsunder, Erlauer und Danziger Hochflieger,sind bei Hochflugabnahmen willkommen. Denn auch von diesen Rassen, gibt es noch gute Flugstämme.

Nun wünsche ich allen ein gutes Zucht und Flugjahr und vor allem gute Gesundheit im 2018.

Euer Hochflugobmann Peter Reinhard

Bericht Gruppenleiter Kunstflug 2017

Und wieder geht ein sehr erfolgreiches Jahr zu Ende. Ein Jahr das als eines der Erfolgreichsten aller Zeiten in die Geschichtsbücher eingehen wird.
Im Juli durften wir im wunderbaren Rorbas bei Hans Ganz ein hervorragend organisiertes Flugkastentreffen durchführen.
Bei herrlichem Wetter und zahlreichen Teilnehmern ein Anlass, der allen sehr gefallen hat. Sicher ein tolles Ereignis für den Verein und alle Interessierten. Bessere Werbung kann man für unser Hobby nicht machen. Besten Dank für den Einsatz von allen Beteiligten. Ein Wertungsrichter stand fast bei jedem Flug auf der Wiese. Der unermüdliche Marco Schneider, der trotz Sonnenbrand alles gegeben hat. Herzlichen Dank für den Einsatz.
Unsere Flugkastencracks Hans Ganz, Heinz Gerber und Martin Mörter als Newcomer haben tolle Leistungen gezeigt.
In der Summe aller Internationalen Flugkastentreffen hat das folgende Titel für unsere Aushängeschilder des Kunstflugtaubenvereins ergeben.

Bei der Flugkastenwertung haben wir folgende Titel errungen:
Europachampion Orientalische Roller FK: Hans Ganz
Europachampion Wuta FK: Heinz Gerber

Bei der Heimatschlagwertung haben wir folgende Titel errungen:
Europachampion Sisaker Roller HS: Hans Ganz
Europachampion Birmingham Roller 60min. HS: Marco Schneider
Europachampion Birmingham Roller 30min. HS: Marco Schneider
Europachampion Wammentauben HS: Heinz Gerber

Bei der Birmingham Kit Wertung sind wir auf den 9. Platz von Hamdija Deomic stolz. Mit 16 Teilnehmern eine Aufstrebende Wertungsklasse.

Ich bin sehr stolz auf meine Kollegen und freue mich mich ihnen.
Der grösste Freude bereitet mir jedoch unser Zusammenhalt, unsere schönen gemeinsamen Stunden und unsere Freundschaften.

Zum Abschluss noch ein Wort zu unserem Auftritt an der Kleintierausstellung in Fribourg.
Einfach sensationell was wir da auf die Beine gestellt haben. Bravo Christian und alle, welche die Ausstellung mit Flugtauben bestückt haben.
Beste Werbung für unser Hobby.
GL Kunstflug

Franco Visonà

EFU – Championat – FK 2017

EFU – Championat – HS 2017

Kurz-Nachricht unseres Vorstandes

„Mitte November 2017 traf sich der Vorstand der VSF zur traditionellen Vorstandssitzung im Herbst. Neben dem Rückblick auf die Aktivitäten im 2017 waren unsere Präsentation an der Gesamtausstellung in Fribourg (5. bis 7. Januar 2018), die Vorbereitung der Generalversammlung vom 17. Februar 2017 sowie die künftige Zusammensetzung des Vorstands Hauptthemen.“

Tübeler-Besuch aus dem fernen Elsass

 

Am 2. November durften wir, Christian, Samu und meine Wenigkeit, Roby Lung, den Wienerhochflug-Spezialisten aus Ingwiller im Elsass, bei uns im Baselbiet begrüssen.

Mit einem Schlagbesuch bei Christian begann die kleine Runde. Bei Christian fliegen einige Wiener aus Roby’s Zucht. Eine Flugdemo seiner Wiener Gespitzten, endete schnell mit dem  Auftauchen eines Wanderfalken. Zum Glück ist er erfolglos abgezogen und hat sich vermutlich dem ebenfalls über Zunzgen kreisenden Brieftaubenstich gewidmet.

Zum Mittagessen ging’s auf unseren Hausberg. Die Aussicht von der Kanzel der Sissacherfluh begeistert sogar uns „Eingeborene“ immer wieder, geschweige denn „Touristen“. Der Blick über das schöne Oberbaselbiet ist ja auch gewaltig! Leider hat sich das Alpenpanorama wie so oft, hinter einem Nebelschleier, versteckt.

Dank meiner Blitzidee vom Vorabend, eine WhatsApp-Nachricht an unsere Wienerleute zu versenden, haben sich  spontan weitere Hochflug-Freaks angemeldet. Wie zu erwarten habe ich auch einige Leider-Absagen erhalten. Der Beruf geht ja auf jeden Fall vor!

Nach dem Mittagessen, Franco stiess ebenfalls zu uns, ging es zurück zu meinen Tauben. Fritz und Pesche erwarteten uns bereits im Garten!
Wenn ich schon mal 4 Wertungsrichter gleichzeitig bei mir begrüssen durfte, wollte ich auf jeden Fall einen Flug meiner Himmelsstürmer von 8 Augen werten lassen. Nach dem Start zog der Stich sofort geschlossen und rassig auf Höhe. Aber nicht lange! Leider schlug der Wanderfalke auch bei meinen Tauben sofort zu und verstreute den Schwarm in alle Himmelsrichtungen. An eine Wertung war so nicht mehr zu denken, da der Räuber immer wieder störte und einen gültigen Flug nicht mehr zuliess.

In der wohligen Wärme unserer Stube, bei guten Gesprächen über Tauben, bis zum Video über einen sich selbst peitschenden Pfarrer, ging der Nachmittag nur zu schnell vorbei. 

Vielen Dank für den gemütlichen Tag mit euch!

Peter Berger

Hamburger Reise-Wiener

Diesen interessanten Bericht und die schönen Bilder, mit Genehmigung von Rolf Richter aus Facebook kopiert,  möchte ich euch nicht vorenthalten.

Der helle Reisetaubensport in Hamburg und Umgebung                              TEXT: ROLF RICHTER

 

In der Annahme und in Anbetracht der Tatsache, hier von einer eigentlich ausgestorbenen Taubenrasse etwas zu dokumentieren, muss zum Verständnis des Lesers doch etwas ausgeholt werden. In Hamburg blühte in der Vorkriegszeit und besonders auch in den ersten 20 Jahren nach dem Kriege der Reisetaubensport, allerdings nicht wie man unmittelbar vermuten würde mit den sogenannten Brieftauben, sondern mit überwiegend hellen Flugtaubenrassen. Jedoch hierüber etwas zu schreiben war ich lange Zeit auf der Suche nach Züchtern die diese Zeit der 60er bis 70er Jahre noch aktiv mitgemacht hatten. Leider ergab sich immer wieder wenn ich eine Adresse oder Namen bekam, das entweder der Name bzw. die Adresse nicht stimmte, oder aber der Züchter schon lange nicht mehr lebte. Meine eigenen aktiven Erfahrungen mit dem hellen Reisetaubensport sind eigentlich nicht kompetent genug um hierüber ein Artikel von ausreichender Qualität zu schreiben, denn Anfang der 50er Jahre war ich selbst natürlich noch ein Kind, ich bin im Januar 1944 geboren. Allerdings bin ich Ende der 50er Jahre Mitglied im Altonaer “ATC” ( Altonaer Taubenclub ) geworden, einer von den Hamburger Schnellflug Taubenclub’s die allein mit den hellen Tauben im Wettstreit flogen. In diesen speziellen Reisetaubensport bin ich ganz klar als Autodidakt gekommen, ich hatte weder Tauben-interessierte Eltern, noch Onkel oder Opa oder dergleichen, die mich u.U. hätten retten können von meiner Krankheitserscheinung dem “ Taubenvirus ” . Alles musste ich damals allein tun, regeln und vor allem finanzieren, denn es durfte absolut für meine Eltern nichts kosten. Dieses Problem habe ich dann sehr selbstständig gelöst durch, nun würde man sicher sagen durch Kinderarbeit.



 

 

 

Hier möchte ich mich nun auf drei Rassen beschränken, die noch bis zum Ende der 60er Jahre durchhielten. Das waren vor allem noch die Reise-Wiener ( damals nur Wiener genannt und nicht Wiener- Hochflieger ) sowie die Kopenhagener Elstern und im Einzelfall auch noch die Flug-bzw. Fliegekalotten, diese Tauben waren u.a. echte Hamburger Flugrassen mit mehreren guten Eigenschaften. Die Tauben flogen damals einen rasanten Flugstil mit kippen und schwenken, entweder getrennt als Rasse aber auch als gemengter Schwarm ( Flucht ) mit einer Flugdauer von ca. 50 – 90 Minuten in unterschiedlicher Höhe und dieses auch bei schlechtem Wetter, mit Ausnahme natürlich von Nebel, Schnee und Hagel, außerdem verfügten alle drei Rassen über einen ausgezeichneten Orientierungssinn. Mitte der 60er Jahre löste sich der Altonaer Taubenclub allerdings auf, es folgte entsprechend der Notwendigkeit eine Fusion mit dem Ottensener- sowie Wandsbeker Taubenenclub’s. Diese drei nun vereinigten Hamburger hellen Reisetaubensport-Vereine flogen ab dieser Zeit, nach neuer Vermessung, gemeinsam, mit allerdings nur noch den zwei Rassen, Kopenhagener Elstern sowie den Reise-Wienern. Diese zuverlässigen Angaben erhielt ich, gerade noch rechtzeitig vor Abschluß dieses Artikels dankenswerterweise von Günther Meier bei Hamburg. Geflogen wurde je nach Möglichkeit des jeweiligen Züchters von einer Jageklappe, aber genauso auch aus einer ganz gewöhnlichen Dachluke mit kleinem- oder aber überhaupt keinem Anflugbrett. Als Flugbasis dienten damals alle möglichen Wohnhäuser in und außerhalb der Stadt, sowie Gärten oder Hinterhöfe, selbst noch stehende und teilweise zerbombte, jedoch noch bewohnbare, Häuser wurden ebenfalls für die Flugtaubenhaltung genutzt, oft wurde auch ein Springer für das Aus-und Einfliegen gebraucht, alles natürlich in Eigenbau, Baumärkte kannte man damals noch nicht.
Neben den Kopenhagener Elstern und Hamburger Fliegekalotten, die in Hamburg derzeit keine seltenen Flugtauben waren, wurde hauptsächlich noch mit Wienern ( heute Reise-Wiener ) im hellen Reisetaubensport geflogen und dieses Fliegen mit den Wienern blieb nicht unumstritten, dazu später mehr. Es gab damals selbstverständlich auch noch andere Hamburger Flugrassen, diese veränderten aber so nach und nach zu eigenständigen Rassetauben mit den dazugehörenden Standard, also zu Ausstellungstauben. Um hier nur einige zu nennen, die Hamburger Tümmler in verschiedenen Farben wie Elstern, Weißschwanz, Farbschwanz u.s.w., außerdem die Hamburger Sticken sowie die Hamburger Schimmel, auch diese Rassen waren im Ursprung noch geschickte Flugtauben die ihre Nachzucht noch ohne Probleme selber groß brachten, dieses ist durch Einkreuzung nun nicht mehr möglich aufgrund ihrer jetzigen Kurzschnäbligkeit, sie werden von Ammentauben aufgezogen.
Von diesen vorgenannten Hamburger Regionalrassen sind im Prinzip noch zwei echte Flugrassen übrig geblieben, die dritte Rasse der “Reise-Wiener” war so gut als ausgestorben zu bezeichnen. Allerdings bestand noch ein Züchter der, quasi im Alleingang, diese Reisewiener besitzt und in kleiner Anzahl seriös züchtet und dieses in vorbildlicher Manier von Unterbringung und Zuchtidee. Hiermit trägt G. Meier wesentlich bei für die Erhaltung des Reise-Wieners. Alle von G. Meier, der in der Nähe von Hamburg lebt, gezüchteten Reise-Wiener haben noch präzise das Aussehen und die Flugkapazitäten der Wiener, die wir in den 50er/60er Jahren schon flogen. Im Monat Mai 2015 reisten wir, Jos Ankone ( secretaris meines hier in Holland ansässigen Flugtaubenverein’s ) und ich zu G. Meier um uns zum einem diese Anlage anzusehen und zum anderen die schon lange zuvor reservierten junge Reise-Wieners abzuholen. Dieser Besuch wurde für uns sein unvergessliches Erlebnis, nicht allein wegen der ausgesprochenen Gastfreundlichkeit, sondern auch weil wir fast gleich alt waren und beide in Hamburg Altona, nicht weit voneinander aufgewachsen sind.
Allerdings bleibt die Frage, was war und ist es nun eigentlich für eine Taube, der “Reise-Wiener”? Der Reise-Wiener ist nicht nur hier in Holland völlig unbekannt, sondern auch im Hamburger Großraum, zumindest für die jüngeren Taubenzüchter, kein Begriff mehr. Und doch kam dieser Reise-Wiener früher in großer Anzahl vor. Wie vorab schon angekündigt war dieser Wiener bei den echten Hochflugliebhabern nicht unumstritten, sondern vielmehr ein Dorn im Auge.
1936 schrieb z.B. der damalige Wiener Hochflieger Spezialist Franz Krüger aus Wedel bei Hamburg in ausführlicher Form einen Artikel über diesen Reise-Wiener, genauer gesagt, über den Sinn bzw. Unsinn dieser Moderasse. Der Name “Reise-Wiener” bestand, wie vorab schon erwähnt, noch nicht, es war einfach nur der “Wiener” und das bis Mitte der 60er Jahre wo der eigentliche helle Reisetaubensport schon langsam dem Ende entgegen sah. An den Namen “Reise-Wiener” hatte ich unbewußt einen großen Anteil gehabt, om nicht zu behaupten ich hätte ihn sogar erfunden. Das genaue Jahr ist mir nicht mehr so in Erinnerung, jedoch spielte sich derzeit folgendes ab. Auf der Suche nach einigen Wienern ging ich, so wie viele andere Züchter auch, zum Hamburger Fischmarkt. Der Weg führte mich als erstes zu Taubenhändler Kuddel Kobbe, der wie immer von alles und noch was an Tauben zum Verkauf anbieten konnte, meine Frage lautete ob er nicht einige gute Wiener hätte und wie meistens war seine Antwort natürlich habe ich noch einige gute bis sehr gute Zuchtpaare für dich ( verkaufen konnte er ), er zeigte mir seine guten Exemplare die leider noch nicht ausgepackt waren. Was jedoch zum Vorschein kam waren echte Wiener Hochflieger sowie auch noch einige Wiener Tümmler dazwischen vermischt. Diese Tauben suchte ich aber nicht, sondern den “Reise-Wiener”. Diesen Begriff hatte Kuddel K. bis zu diesem Tage noch nie zuvor gehört, es machte aber konkret deutlich was ich suchte und wie sollte es anders sein, er hatte wirklich einige gute Zuchtpaare für mich. Von diesem Tage an verkaufte Kuddel K. nicht mehr unter den irreführenden Namen “Wiener”, sondern nun wurden es die Reise-Wiener und dieses blieb bis zum heutigen Tage so.
Nur was war nun eigentlich die tonangebende Kritik von Franz Krüger gewesen. F.K. kritisierte vor allem die derzeit noch gut und teilweise auch noch hochfliegenden Hamburger Lokalrassen mehr und mehr Training auf Abstand fliegen hatten und nicht mehr auf den eigentlichen Hochflug. Dieser Umstand, so fürchtete F.K. ginge zu Lasten der Rassereinheit durch das unvermeidbare einkreuzen von Wiener Hochfliegern sowie Wiener Tümmlern und brauchbare Brieftauben, wie z.B. u.a. Schimmel’s mit einem hellem Auge.
F.K. hatte mit seinen Bedenken natürlich recht gehabt, alledings ist doch im laufe der Jahre eine großartige, meistens belatschte, Reiseflugtaube entstanden die hervorragend geeignet war für den Kurzstreckenflug und sehr gut mit den Kopenhagenern mithalten konnte. Außerdem wurde diese Veränderung auch nicht belohnt mit den ursprünglichen Rassenamen “Wiener-Hochflieger” zoals dieses allerdings des öfteren passierte von der Umwandlung einiger Flugtaubenrassen zur Ausstellungsrasse, die dann leider den alten Namen behielten. Es war früher wirklich nicht so einfach all diese Reiseflugeigenschaften zu kompensieren und doch ist es den damaligen Züchtern geglückt, die allerdings leider ihre Zuchtexperimente sehr geheim hielten und dann letztendlich auch mit ins Grab mitnahmen. Eine Ausnahmeerscheinung besteht jedoch und das ist der von uns aufgesuchte Züchter “Günther Meier” der neben den Reise-Wienern auch noch die alten Hamburger Flugkalotten sowie die ehrwürdigen Kopenhagener Elstern züchtet und keinerlei Scheu hat über seine Zuchterfolge und Arbeitsweise der Zucht von den Reise-Wienern Auskunft zu erteilen.
Mit der Kritik hat F.K. in erster Instanz probiert, in einer berechtigten Manier sein eigenes Taubensportinteresse, den Hochflugsport mit Wiener Hochfliegern zu promoten, etwas was F.K. auch unumwunden in seinen Artikel von 1936 beschreibt. Der Hochflugsport mit Wiener Hochfliegern war zwar im Osten von Deutschland neben heimischen Flugrassen bekannt u.a. besonders in Stettin ( damals noch ‘’Deutsch” ) aber auch Braunschweig hatte lange voor Hamburg ebenfalls eine größere Anhängerschaft von Wiener Hochfliegern. In Hamburg wurden die Wiener Hochflieger erst 1905 durch Friedrich Althof eingeführt, mit insgesamt 62 Wiener Hochfliegern, die F.A. aus Braunschweig sowie auch aus Stettin holte, nun begann auch das Interesse bei anderen Flugtaubenliebern in Hamburg zu wachsen und sich diese rasanten Wiener Hochflieger ebenfalls anzuschaffen, mit anderen Worten, der echte Wiener Hochflugsport in Hamburg wurde von Fiete Althof gestartet.
Franz Krüger hatte ebenfalls u.a. nicht vergessen, in seinem Artikel auch die absoluten Vorteile der anderen lokalen Hamburger Taubenrassen im positiven Sinne zu benennen, jedoch was die Reise-Wiener Liebhaber betraf hatte er sich eindeutig geäußert, indem er vorschlug hiermit zu stoppen und sich dann doch lieber für den Brieftaubensport zu entscheiden. Ich möchte hier nicht ins Detail gehen, wie z.B. die heutige ( belgische ) Brieftaube entstanden ist, bzw. welche Rassen bei der Entstehung mitwirkten, denn der Gebrauch von ursprünglichen Brieftauben liegt schon sehr lange zurück und war für einige im asiatischen Raum lebenden Völker unentbehrlich, also bestanden dieses schon sehr lange vor der uns allgemein bekannten belgischen Brieftaube, die übrigens inzwischen u.a. auch die asiatischen Länder erobert hat.
Selbst unser Hamburger Wiener-Hochflieger Experte “Friedrich Althof” bedauerte 1939 in einem Artikel die Veränderung von Flugtaubenrassen in Richtung Ausstellungrassen und das dann unter den den alteingesessenen Namen der jeweiligen Flugrasse. Allerdings kritisierte F.A. nicht das veränderen des Wiener-Hochfliegers in eine auf Abstand fliegende Flugtaube.
Die meisten Flugtaubenzüchter in den Nachkriegsjahren mußten früher sehr hart arbeiten, oft im Hamburger Hafen, mit seinen damals noch unendlich vielen Berufszweigen, wie z.B. Schifffahrt, Werften, Umschlag, Lagerung oder auch Industrie. Es wurden sehr häufig Überstunden und Doppelschichten gemacht, also Zeit und Geld waren knapp, alle diese Gründe machten den damals in Hamburg noch nicht so populären Reisetaubensport, besonders für unregelmäßig arbeitende Menschen, nicht echt attraktiv. Und dieser Umstand ist präzis die Ursache für das Entstehen des “ hellen Reisetaubensports “ in und um Hamburg. Dieses mehr ungezwungene sprach die Züchter von Flugtauben einfach an, man könnte es auch heute etwas moderner, der Zeit entsprechend, ausdrücken und sagen, es war eine Art Kombination von Innovation und Marketing als Ergänzung für den bis dahin bestehenden Flugtaubensport.

Als Abschluß nun noch einige Hinweise über das fliegen selbst im “hellen Reisetaubensport”.
Der technische Ablauf verlief eigentlich nicht anders wie bei den Brieftaubenvereinen, einkorben und den folgenden Tag mit Uhr wieder zurück ins Clublokal, hier wurden nun die Zeiten ermittelt und somit auch über Verlierer und Gewinner. Allerdings gab es beim Einkorben doch ein Unterschied zum Brieftaubensport. Bevor die Tauben in den Reisekorb gingen wurden sie erst einmal optisch gekeurd ( untersucht nach besonders auffälligen Merkmalen von Brieftaubenblut ). Bei den Kopenhagenern E. achtete man u.a. vor allem auf die Zeichnung, bei zuviel an Flügelband war es ein Zeichen von zuviel an Brieftaubenblut, diese Tauben durften nicht eingekorbt werden, also wurden vom Wettstreit ausgeschlossen.
Bei den Reise-Wienern wurden u.a. besonders die Augen unter die Lupe genommen sowie das Format der Taube begutachtet.War das Auge nicht hell genug oder die Statur/Format zu groß ging auch diese Taube nicht mit in den Reisekorb.
Bei den Hamburger Fliegekalotten war ein unerkennbares Einkreuzen nicht möglich, diese Tauben flogen allerdings in der Regel auch nur kürzere Abstände von so max. 40 Km.
Startplatz für den Wettflug lag von Hamburg aus gesehen in westliche, nordwestliche oder nördliche Richtung also Richtung Nordsee / Dänemark.
Flugrichtung bei Auflass also entgegengesetzt Richtung Hamburg.
Alle damals eingesetzten hellen Reisetauben flogen niemals über de Elbe ( Tidestrom ), übrigens auch nicht beim täglichen Flugtraining der Tauben, wobei der Abstand zur Elbe bei mehreren Züchtern ( auch bei mir ) nicht weiter als 150 Meter Luftlinie war.
Erst in späteren Jahren ( habe ich persönlich nicht mehr mitgemacht ) flogen die modernisierten Kopenhagener Elstern auch weitere Abstände, so z.B. von Kassel Richtung Hamburg, hierbei mußten die Tauben allerdings doch die Elbe überqueren.
Je nach Zeit und Möglichkeit der Züchter wurden die einzusetzenden Tauben 1 bis 2 x per Woche abgerichtet, bis zu ca. 20 Km ( oft mit dem Fahrrad ), außerdem wurde sehr häufig in einer Kombination geflogen, schon deshalb um die doch vielfach unregelmäßigen Arbeitszeiten abzufangen und auch die Versorgung der Tauben zu gewährleisten.

NL – Steenwijk – 2015 R.R.