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Unser Tauben-Guru aus Ennetbürgen

Eine tolle Werbung für unser exklusives Hobby

Sehr lesenswerter Artikel von Matthias Piazza, erschienen in der Nidwaldner-Zeitung vom 16. April 2017

Andere halten sich einen Hund oder eine Katze.Franco Visonà züchtet fast schon sein ganzes Leben lang Tauben. Sein Hobby bringt ihn um die halbe Welt – und beachtliche Erfolge ein.

Bildschirmfoto 2017-04-20 um 00.00.20Ein Gurren vernimmt man an der Stationsstrasse in Ennetbürgen. Es kommt von oben, von der Terrasse von Franco Visonà. Der 44-Jährige züchtet bei sich zu Hause Tauben – und zwar nicht wenige. Rund 150 sogenannte Flugtauben wohnen im grosszügig angelegten Taubenschlag. Sie sind ein wichtiger Teil in seinem Alltag. Wenn er am Abend nach Hause kommt, ist er eine bis zwei Stunden im Garten bei seinen Tieren. Einen wichtigen Teil nimmt dabei die «Dressur» ein. Franco Visonà demonstriert das Prozedere: Er öffnet das Türchen und lockt die Tauben heraus. Auf sein Kommando heben sie ab und drehen hoch über Ennetbürgen, am Ufer des Vierwaldstättersees, ihre Runden. Manchmal dauere dieses Prozedere bis zu einer Viertelstunde, sagt Visonà. Auf sein Kommando fliegen seine gefiederten Freunde wieder zurück in ihren Schlag. Er hat seine Tiere im Griff, wurde an Wettbewerben schon zweimal Europameister. Auch in anderen Jahren war er vorne dabei. «Zweit- und Drittplatzierte hatten auch schon Tauben aus meiner Zucht.» Schon über 30 Jahre hat er Erfahrung mit dem Taubenzüchten. Er stiess beim Blättern einer Zeitschrift auf dieses Hobby. «Ich mochte schon immer Tiere», sagt Visonà. Die Leidenschaft für das Taubenzüchten war bei ihm geweckt. Doch was fasziniert ihn daran? «Die Frage habe ich mir auch schon oft gestellt», gesteht er ein. «Ich arbeite gerne mit den Tauben, jede davon hat einen eigenen Wesenszug. Auch muss ich nicht wie mit einem Hund morgens um 6Uhr Gassi gehen, sondern kann sie nach dem Feierabend geniessen, wenn ich sie rauslasse und auf dem Balkon sitze.» Visonà hat sich auf die türkische Rasse Kelebek spezialisiert (auf Deutsch: Schmetterling). Im Gegensatz zu Brieftauben fliegen sie nicht im Kreis um den Schlag, sondern kreuz und quer im Schwarm in die Höhe, ähnlich wie Schmetterlinge im Flug. Gibt der Taubenzüchter ein Zeichen, dass es Futter gibt, stürzt der Schwarm mit Drehungen und Schraubenflug herunter. Rund 200 Tauben kommen jährlich in seiner Zucht auf die Welt – dabei wird möglichst wenig dem Zufall überlassen. Die Zucht folgt einer strengen Vererbungslehre, um so die idealsten von über 160 möglichen Eigenschaftskombinationen hervorzubringen. In all den Jahren hat Visonà in der «Tauben-Szene» einen Bekanntheitsgrad erlangt. «Ich bekomme oft Telefonanrufe von jemandem, der eine verirrte Taube aufgegriffen hat.» Freundschaften bis nach Istanbul Sein aussergewöhnliches Hobby ist zugleich etwas Rares: Visonà schätzt, dass es in der Schweiz nur etwa 80 Flugtaubenzüchter gibt. Wohl auch darum führt ihn sein Hobby um die halbe Welt – wegen seiner Lieblingsart Kelebek aber häufig in die Türkei, insbesondere nach Istanbul. Dort trafen er und seine Frau zufällig auf einen einheimischen Taubenzüchter, der ihn von der Schweiz her kannte. Eine Freundschaft entstand. Der Empfang vor Ort sei immer äusserst herzlich. «Man lernt die Türkei von einer ganz anderen Seite kennen.» Der nächste Termin führt Visonà allerdings nicht ganz so weit, sondern ins zürcherische Rorbas an die internationale Flugkastenmeisterschaft vom 13.bis 15.Juli. Die Tauben reisen in einem transportablen Kleinschlag an und vollführen vor Ort vor einem internationalen Publikum ihre einstudierten Figuren. Matthias Piazza matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Originalseite Nidwaldner Tagblatt ZaS, 15.04.2017, S. 17

Jahresbericht 2016

Jahresbericht des Präsidenten

Das vergangene Jahr war vergleichsweise eher ruhig, da wir turnusgemäss kein internationales Flugkastentreffen organisierten. Trotzdem lief auch im 2016 einiges. Das Vereinsjahr hat wie üblich mit der Mitgliederversammlung begonnen. In meiner Abwesenheit führten Franco Visonà und Jürg Gerber souverän durch die Versammlung. Anschliessend referierte der Tierschutzbeauftragte Toni von Arb über die gesetzlichen Bestimmungen und informierte die Anwesenden über die Anforderungen. Die rege Diskussion zeigte, dass der Vorstand mit diesem Referat ein Anliegen aufgenommen hat, das unsere Mitglieder beschäftigt.

Am 1. Mai liessen sich dann rund 30 Flugtaubenfreunde trotz sehr regnerischem Wetter nicht davon abhalten, unseren erfahrensten Kunstflugtaubenzüchter, Hans Ganz, im Rahmen unseres Frühlingstreffens zu besuchen. Hans zeigte seine Kelebek, Wutas und Orientalen im Flug, die mit etwas Geduld trotz der nicht gerade einladenden Witterungsverhältnisse doch noch gute Flüge zeigten. Vier Monate später lud dann Fritz Wüthrich zu sich nach Herzogenbuchsee ein. Fritz und seine Wiener Hochflieger hatten mehr Wetterglück und so konnte neben der ausgezeichneten Bewirtung mit Tomaten aus dem eigenen Garten auch ein schöner Wiener Flug genossen werden. Zum Abschluss der Saison engagierten sich unsere Berner Kollegen mit zwei Schauvolieren an der Nationalen Taubenausstellung in Sumiswald und machten die Besucherinnen und Besucher auf unser Hobby aufmerksam.

Und wie in den vergangenen Jahren war auch die Kunstflugtruppe um Franco, Heinz und Hans aktiv und traf sich zu inoffiziellen FK-Flügen, Züchterbesuchen und Reisen an ausländische FK-Treffen, und immer mehr kommt weitere VSF-Mitglieder als Verstärkung dazu.

Das Jahr 2016 hat bestätigt, dass wir mit gut 60 Mitglieder zwar ein eher kleiner Verein, aber konstant aktiv sind und diese Aktivitäten mit einer Quote von 50% meiner Meinung nach auch sehr gut besucht werden. Dass dies möglich ist, braucht es Leute, die sich – sei es als Vorstand, Wettflugrichter, Organisator, aber auch als aktives Mitglied – für den Verein einsetzen. All diesen Personen danke ich ganz fest für ihr Engagement.

Der Präsident, Stephan Furrer

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NEU: Resultate und Ranglisten 2016

Die FK und HS – Resultate 2016 sind online unter „Wettflug“

Wenn Tauben sprechen könnten

Am 17. Januar 2017 bekam ich von meiner Frau eine Kurznachricht, dass sich eine Frau gemeldet hat, wegen einer zugeflogenen Taube.

Ich hatte in den letzten Tagen keine Verluste und konnte mir nicht recht vorstellen, dass es ein Tier von mir ist. Ein Rückruf ergab, dass es sich tatsächlich um eine Taube aus meinem Bestand handelt. Doch zuerst musste ich mir erklären lassen, wo genau Matzwil auf der Landkarte liegt (Gemeinde Detligen, neben Frieswil).

Da die Taube noch nicht gefangen werden konnte und der Tag fortgeschritten war, einigte ich mich mit der Anruferin auf den Folgetag und dass sie die Taube nicht mehr füttern soll.

Mit einem kurzen Anruf versicherte ich mich, dass die Taube die kalte Nacht überstanden und immer noch auf dem Fenstersims sitzt. Jetzt Flugkasten (FK) und Dropper einpacken und los. Knapp 50 Kilometer später fand ich eine müde Wammen-Täubin vor. Da das Fenster im Obergeschoss lag und die Taube möglicherweise verletzt sein könnte, entschied ich mich den FK in der Küche aufzustellen!

Schon bei meiner Stimme wurde die Täubin munterer und kaum stand der FK, trippelte sie auf dem Fenstersims hin- und her und pickte gegen das Fenster. Einen Dropper in den FK zu setzen hätte sich vermutlich erübrigt. Kaum wurde das Fenster geöffnet, sprang die Taube auf den FK und konnte behändigt werden. In der Hand war schnell klar, dass die Taube nicht ernsthaft verletzt ist. Im rechten Flügel und im Schwanz fehlten paar Federn, was auf einen Luftangriff schliessen liess. Ansonsten zeigte sich die Taube in einer erstaunlich guten Verfassung!

Sie wurde am 16. Januar entdeckt, konnte frühestens seit dem 14. Januar an diesem Ort sein und hat dann auf Anraten des kontaktierten Tierarztes lediglich etwas Reis erhalten. Die Temperaturen lagen seit Tagen im Minus und die ganze Region ist seit mindestens 2 Wochen schneebedeckt. Überhaupt haben die Lehrerinnen vom Schulhaus Matzwil einen grossen Aufwand betrieben mich ausfindig zu machen. Zum einen haben sie die ganze Ringnummer ablesen können, was etwas heisst, wenn man das Tier nicht in die Hand nehmen kann. Zum andern konnten sie den Telefonring auf eine Stelle nicht lesen und haben dann x Anrufe mit verschiedenen Kombinationen getätigt. Dann endlich der Kontakt zur Vogelwarte Sempach und deren Verweis auf’s Internet mit der Site des Zugeflogenendienstes vom Schweizerischen Brieftaubenzüchter-Verband.

Und, was ist das Besondere an dieser Rückführung?

Am Samstag, 2. Dezember 2016 startete ich aus einer Laune heraus vier Wammentäubinnen ab HS. Sonst fliege ich nur ab FK und zu Hause fliegen die Tauben höchstens aufs Dach. Ich war überzeugt, dass die Tiere nicht gross fliegen werden. Doch da habe ich mich geirrt. Die Tauben zogen sofort hoch und strebten weniger bebautes Gebiet an. Wohl in der Meinung, dass der FK irgendwo zu finden ist. Dropper wurden sofort gestartet und auch die Bakiner mussten raus. Zu spät! Die «Funkverbindung» war unterbrochen. Bald darauf sah ich die Tiere stürzen und wusste, dass ich die Tiere jetzt bei meinem Kollegen welcher Mazedonische Drehtauben fliegt, holen konnte. FK und paar Tadschicken einpacken (die Dropper waren alle auf dem Dach) und los. Der Kollege lachte als ich kam und meinte, dass nur drei gelandet sind und er die vierte aus den Augen verloren habe. Mit dem FK und den Tadschicken dauerte es nicht lange, bis die drei Ausreisserinnen im FK waren. Am Abend kam der Kollege noch vorbei um mir zu sagen, dass die vierte Taube bei ihm nicht aufgetaucht sei.

Und jetzt nach sechseinhalb Wochen ist «Paula» (so wurde sie von den Finderinnen getauft) wohl behalten zurück J. Was könnte sie mir erzählen? Ich glaube nicht, dass die Taube so lange Zeit in dieser Jahreszeit herumgestrichen ist. Dazu ist ihre Verfassung viel zu gut. Ich zweifle auch, dass sie diese Distanz einfach so geflogen ist! Aber wo war sie?

Das wird Paula wohl für sich behalten und ich bin um paar Erfahrungen reicher und weiss jetzt wo Matzwil liegt.

Gut Flug wünscht Christian Wingeier

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Aside

Die Vereinigung Schweizerischer Flugtaubensportler lädt alle Interessierten ganz herzlich zur internationalen FK-Meisterschaft in Rorbas ein. Das Treffen findet vom 13. bis 15. Juli 2017 statt. Rorbas liegt nahe an der Grenze zu Deutschland. Details sind in der angehängte Einladung ersichtlich.

Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme und tolle Tage!

Einladung FK_Rorbas 2017

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Aside

Am 18. Februar 2017 findet im Restaurant Dörfli in Rothrist die alljährliche Generalversammlung statt. Details sind im angehängten PDF ersichtlich. Anträge sind bis spätestens drei Wochen vor der GV dem Präsidenten einzureichen.

Einladung GV2017

Der Vorstand freut sich auf zahlreiches Erscheinen.

Jahrsbericht 2016 Gruppe Hochflug

Gruppe Hochflug

 

Jahresbericht 2016

 

Am 4. Sept. 2016 trafen wir uns beim Wiener Hochflugtaubenzüchter Fritz Wüthrich, Herzogenbuchsee, zum alljährlichen Herbsttreffen.

Ca. 30 Personen waren gekommen  und haben die schöne Hochfluganlage von Fritz bewundern können. auch das Wetter spielte mit, so dass ein Stich Wiener Hochflieger aufgelassen werden konnte. Es war wunderschön den Tauben zuzuschauen, wie sie hin und her schwenkten und so ihren rassetypischen Flugstiel zeigten.

Danke Fritz nochmals, auch für die gute Bewirtung !

Am 10. und 11. Dez. 2016 fand in Sumiswald BE die nat. Taubenausstellung statt. Die VSF war mit 2 Werbevolieren vertreten.

Eine davon war mit Wiener Hochflieger und Erlauer Tümmler bestückt. Dies war sicher eine gute Gelegenheit, den Hochflugtaubensport den Besuchern etwas näher zu bringen.

Mit Wiener Hochflieger und Erlauer Tümmler wurden im 2016 Wertungsflüge gemacht.

Meine Erlauer Tümmler zeigen gute Ansätze zum Fliegen, so dass ich sehr gespannt bin, was in diesem Jahr fliegerisch aus ihnen herauszuholen ist.

 

Resultate:

 

Wiener Hochflieger:    1. Peter Berger, Sissach,    344 P.     137 Min.    3,16 Index

                                      2. Peter Reinhard, Rüegsbach,     232 P.     80 Min.    2.90 Index

                                      3. Fritz Wüthrich, Herzogenbuchsee,    206 P.    87 Min.    2.36 Index

 

Erlauer Tümmler:        1. Peter Reinhard, Rüegsbach, 39 P.     33 Min.    1.18 Index

 Peter Reinhard

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EFU Resultate 2016 Gruppe Kunstflug

EFU Resultate 2016 Gruppe Kunstflug

Wiederum sind von den  VSF- Mitgliedern hervorragende Ergebnisse in der EFU erzielt worden.

Sämtliche Titelträger der Birmingham Roller Klassen kommen aus den Reihen des VSF. Bravo Marco Schneider, Dusan Colic, Ivica Jakesevic und Jozef Krasniqi bei der Kit-Wertung.

Des weiteren hat Heinz Gerber bei den Wuta alle in Europa hinter sich gelassen, wir freuen uns sehr auch wenn er bei diesem Flug für den DFC gemeldet war.

Allen Teilnehmern herzliche Gratulation. Die detaillierten Resultate sind unten ersichtlich.

Franco Visonà, GL Kunstflug

EFU – Championat – HS 2016

EFU – Championat – FK 2016

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Zu Besuch bei Roby Lung

Wenn ich mir estwas in den Kopf gesetzt habe, so versuche ich es auch durch zu ziehen. Dazu gehörte ein lange versprochener Revanche-Besuch bei Roby Lung im Elsass, der für 2016 vorgesehen war.

So geschah es, das Christian, Samu und ich am 21. Dezember, kurz vor Weihnachten aufbrachen, nicht wie damals die 3 heiligen Könige aus dem Morgenland, um das Christkind zu besuchen, sondern um unserem versierten Wienerzüchter und Flugrichter, Roby, im heimeligen Ingwiller einen Besuch abzustatten.

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Interessiert? Mehr unter www.hochflugtauben.ch -> letzte Beiträge

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Taubenreise in den Norden

Eine Taubenreise in den Norden

Kunstflugtaubenfreunde unterwegs

Zur Hochzeit von Andrea und Franco Visona in Ennetbürgen (Schweiz) am Vierwaldstätter See im August 2016 war auch unser Sportfreund Christian Duchow mit seiner Partnerin Annika runde 1000 km angereist. Schnell wurde beschlossen, dass auch ein Gegenbesuch stattfinden sollte. So machten sich am 08.10.2016 die Zuchtfreunde Franco Visona und Heinz Gerber gegen 2.00 Uhr morgens von Ennetbürgen auf die Reise. Zirka eine Stunde später wurde Hans Ganz in Rorbas abgeholt.

Das 1. Etappenziel war Viernau in Thüringen. Gegen 8.00 Uhr trafen die Freunde bei meinem Bruder Stefan ein. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es zu Stefans Tauben. Er flog seine Kelebek, sowie Wutas vor. Leider waren die Tiere noch stark in der Mauser und konnten nicht ihr gesamtes Können zeigen. Dies war dann auch später auf der weiteren Reise bei anderen Sportsfreunden der Fall.

Gegen 11.00 Uhr machten wir uns von Viernau auf die Tour gen Norden. So waren wir nun zu fünft im Auto. Wie konnte es natürlich auch anders sein, die lange Fahrzeit wurde mit Gesprächen über unsere geliebten Tauben gefüllt. Es wurde über die Flugkastentreffen, Flugergebnisse, Vorkommnisse bis hin zu Zuchtmethoden gesprochen. Langeweile kam nie auf. Nach ein paar kürzeren Pausen sind wir störungsfrei in Pieverstorf bei Grevesmühlen gegen 18.00 Uhr angekommen.

Am Hoftor des Landgutes empfingen uns eine Familie Border Collis, danach Annika und Christian. Nach einer  herzlichen Begrüßung ging es gleich zu den Tauben, denn einige mitgereiste Wammen und Wutas aus der Schweiz mussten versorgt werden. Das Wetter war etwas nasskalt.

Christian sagte uns, dass ein Großteil seines Bestandes nach einer Krankheit im Sommer verstorben war. Nach einer kurzen Schlagbesichtigung startete er einige griechische Duneks (engdrehend) mit Begleittauben. Für mich eine neue Erfahrung, da ich solche Tauben noch nicht in Aktion gesehen hatte. Die Flüge waren nur als Trainingsflüge angesetzt, da am nächsten Tag Wertungsflüge vorgesehen waren.

Anschließend besichtigten wir Annikas und Christians Bauernhaus. An diesem Neuerwerb gibt es noch jede Menge Arbeit für die Beiden. Christian teilte uns mit, dass wir am Abend gegen 20.00 Uhr zum „Dorf Kino“  beim Nachbarn eingeladen waren.

Bei dem so genannten „Dorf Kino“ treffen sich einige Freunde zum gemeinsamen Abendessen mit anschließenden Filmschauen auf einer Großbildleinwand in geselliger Runde. An diesem Abend gab es Kürbissuppe und Salat von Annika. Vielen Dank nochmal für die Gastfreundschaft. Nach dem gemeinsamen Film fuhren wir ca. 15 Minuten nach Grevesmühlen in die Pension. Nach einem Gläschen Wein zum Abschluss ging es gegen 23.00 Uhr müde ins Bett.

Natürlich war am nächsten Morgen beim ausgiebigen Frühstück das Thema: Tauben, Tauben, Tauben. Beim Blick aus dem Fenster konnten wir einen Schwarm Brieftauben beim ruhigen Ziehen beobachten. Gegen 10.00 Uhr sind wir dann wieder zu Christian gefahren. Wir waren alle gespannt auf die Wertungsflüge der Dunek. Hans und Franco waren die Wertungsrichter.

Heinz Gerber und ich machten einige Anwärterflüge. Hier konnten wir diskutieren, wie der richtige Winkel und die korrekte Entfernung zur Taube zu wählen ist, um die exakte Länge des Sturzes ermitteln zu können.

Für Anwärter sind solche Diskussionen enorm wichtig um Erfahrungen zu sammeln. So flog uns Christian mehrere Tauben mit ihren Begleitern vor. Die Stürze waren teilweise beeindruckend. Aufgrund des Wetters und des Mauserzustands der Tauben waren keine Spitzenergebnisse zu erwarten. Man konnte aber deutliche Unterschiede in Drehgeschwindigkeit und Drehlänge erörtern. Daraus entstanden rege Diskussionen. Danach durfte ich einen Stich Orientalische Roller werten. Die Tauben stiegen gut und zeigten ihre Figurenvielfalt. Ein plötzlich heran nahender Greifvogel drückte den Stich nach unten. Somit war der Flug leider nach fünf Minuten mit 20 Rollpunkten beendet.

Nun rückten wir dem nächsten Programmpunkt etwas näher. Der Besuch des Kelebek Züchter Hasan Özer in Hamburg stand nun an. Bevor wir uns auf den Weg machten,  zeigte uns Annika die beeindruckende Reitanlage in Gadebusch, ca. 10 Minuten Autofahrt von Pieverstorf entfernt. Dort hat sie  zwei Pferde in einer Pension beherbergt, die versorgt werden mussten. Auf der Anlage fand zurzeit ein Reitturnier für Nachwuchsreiter statt. Die angeschlossene Gastronomie wurde von uns getestet. Der erste Glühwein des Jahres wärmte uns von innen.

Anschließend fuhren wir ca. 1 h nach Hamburg. Von weiten konnten wir den Bus der Deutschen Fußballnationalmannschaft sehen, die gerade zu einem Länderspiel in Hamburg gastierten.

Bei unserem Sportfreund Hasan Özer angekommen, fanden wir ein großes Buffet vor. Verschiedene Getränke, Salate usw. wurden uns gereicht. Dazu gab es türkischen Döner, mit frisch gegrillten Fleisch und anderen türkischen Köstlichkeiten vom Grill. Danke an Hasan und sein Team für die tolle Bewirtung. Danach ging es zu den Kelebeks. Er züchtet vorrangig die  Linien der Bozala, Kara kafakuyruk, Araps und Ses aus der Region Izmir (westliche Türkei). Stolz berichtete er über die Entstehung dieser Rasse in seiner Heimat. Man merkte wie er mit Herzblut dabei ist. In zwei ehr kleineren Schlägen waren die Tauben untergebracht. Trotz einsetzender Dämmerung, Nieselregen, Kälte, Mauser und Greifvögeln zeigten die Tauben gute Anlagen. Der typische Schmetterlingsflug war zu sehen und auch das Sturzverhalten war vielversprechend. Die Kelebek-Züchter Hans, Heinz, Franco und Stefan fachsimpelten lange mit Hasan. Ursprung, Unterarten, Verbreitungsgebiete und welcher Typ welche Figuren am besten zeigt. Die mir bekannten Kelis, wie sie liebevoll genannt werden, gehen auf den Ursprung aus Franco Visonas Zucht zurück. Und diese sind im Erscheinungsbild und Abstammung zu Hasans Tieren total verschieden. Extra zu diesem Treffen reiste auch Sportfreund Raimund Matz aus Boizenburg an. Wir konnten von ihm die mitgebrachten Wammentauben bestaunen. Es waren sehr schön gezeichnete Tiere mit kräftigem Körperbau und gut ausgeprägten Kehlwammen. Christian hat einige Tiere für seine Zucht bekommen. Des Weiteren züchtet Sportfreund Matz noch Kelebek.

Gegen 20.00 Uhr hatten wir die Rückreise Richtung Grevesmühlen angetreten. Gegen 21.00 Uhr erreichten wir unser Hotel. Dort ließen wir den Tag mit Wein gemütlich ausklingen.

Natürlich wurde am nächsten Morgen am Frühstückstisch der vorherige Tag nochmals ausführlich besprochen. Leider kam etwas Regen auf, was die Stimmung etwas trübte. Gegen 10.00 Uhr waren wir wieder bei Christian und Annika. Annika befand sich gerade im Aufbruch zur Arbeit. Durch den leichten Nieselregen zeigten die Tauben keine große Fluglust. Christian hatte Besuche bei einigen Rassetaubenfreunden in der Umgebung ausgemacht. Zum Glück wurde das Wetter im Tagesverlauf besser.

Zuerst besichtigten wir die Zucht  von Gerhard Peters. Er gilt als Urgestein in der Komorner Tümmler Szene. Selbst züchtet er die Farbe weiß. Über die Tierqualität und die gepflegte Schlaganlage konnten wir nur staunen. Anschließend lud uns Zuchtfreund Peters in seine Gartenlaube auf einen Kaffee ein. Er berichtete über seine Taubenreisen nach Ungarn in das Ursprungsland der Komorner Tümmler. Franco sprach auch zu einem Erlebnis einer Reise in die Türkei mit Sportfreund Uwe Seeger aus früheren Zeiten. Alle hörten gespannt zu. So gab es viel zu Lachen und die Zeit verflog wie im Flug.

Anschließend besuchten wir die Zuchtfreunde Dieter und Rainer Koliwer, die Berliner  und Hamburger Rassen züchteten. Die Farbenvielfalt und Tierqualität war beachtlich. Auf dem Rückweg besuchten wir Christians Bruder, Marco Duchow. Dieser hatte Orientalische Roller im Freiflug. Nach Besichtigung des kleinen „Tierparks“ mit Hühnern, Enten, Schweinen und Schafen ging es zurück auf das Gut von Christian und Annika. Dort besichtigten wir die Dexter Rinder und die Schweine von Christian. Auch führte er uns in die Zuchtabteilung, wo noch Birmingham Roller, Adana Wammentauben und Wutas zu sehen waren. Für das Abendessen wurde der Grill angeschürt.

Einen Teil des Fleisches lieferte Franco aus der Schweiz. Darunter war feinstes Entrecôte aus eigener Herstellung. Ein zusätzlicher Teil des Fleisches war von einer Schweinekeule aus der Hausschlachtung von Christans Hof. Mit leckerem Salat von Annika war es einfach ein Genuss. Später am Abend stießen noch Marco Duchow mit Gattin zur geselligen Runde dazu. Es wurde bis spät in die Nacht gefachsimpelt, gelacht und gefeiert.

Christian zeigte auch noch einige Auszeichnungen seiner Elsterpurzler aus seiner Zeit als Ausstellungszüchter vor. Immerhin konnte er damals damit einen Kreismeistertitel erringen.

Auch die Gitarre ließ er für uns erklingen. So ging ein schöner Abend in Norddeutschland zu Ende.

Am nächsten Morgen machten wir uns wieder auf die Rückreise, wofür Christian noch einige Besuche ausgemacht hatte. Leider musste Sportfreund Heinz Prescher, der sich aktiv am Wettfluggeschehen im DHC (Deutschen Hochflug Club) mit griechischen Flugmövchen beteiligt, aus gesundheitlichen Gründen den Besuch absagen. Die erste Anlaufstelle am Dienstagmorgen war Sportfreund Kjell Jungnickel in Barnitz. Dies hat mich ganz besonders gefreut, da ich Kjell seit drei Jahren aus dem DHC, wo er Flugwart für Sturzflugtauben und Pressewart ist, kenne und schätzen gelernt habe. Im Zuge der JHV des DHC in Paderborn durfte ich mit ihm einen Trupp Serbische Hochflieger bei Senat Rastoder abnehmen.

Bei einem gemütlichen Kaffee sind wir ins Gespräch gekommen. Aus Platzgründen hat Kjell nur einen geringen Bestand an griechischen Duneks und griech. Flugmövchen. Zudem bedarf es einen großen Zeitaufwand die Dunek täglich zu trainieren. Auch aus Gesprächen mit Uwe Seeger und Udo Mairon, die als Experten für die Rasse gelten, weiß ich, dass ein Bestand mit ca.  15 Dunek ausreichend ist, um gute Ergebnisse zu erzielen. Verluste durch Greifvögel sind ehr gering. Zudem wird jede Taube einzeln mit Begleiter trainiert. Wie auch bei Christian, waren die Tauben voll in der Mauser und das Wetter wollte nicht so richtig mitspielen.  Aber die guten Anlagen waren klar ersichtlich.

Gemeinsam mit Kjell sind war dann zu Sportfreund Dieter Bock nach Rehhorst/ Poehls gefahren. Er ist ein Spezialist für Memeler Hochflieger. Dies beweisen seine Tauben immer wieder mit vorderen Plätzen im DHC Wettfluggeschehen. Kurz nach dem Start eines Trupps war auch schon der Greifvogel zur Stelle. Sportfreund Bock hatte auch in diesem Jahr wieder Verluste durch den Greifvogel hinnehmen müssen. In Käfigen zeigte er uns einige seiner erfolgreichen Zuchtpaare. Dazu durften wir seine Spitzenzucht Ko- Shamo in verschiedenen Farbenschlägen bestaunen. Dazu hatte er wunderschöne Flugmövchen auf seiner Schlaganlage.

Nach dem Besuch bei Dieter Bock verabschiedeten wir uns von Christian und Kjell. Gegen 13.00 Uhr traten wir die Heimreise Richtung Viernau an, wo wir gegen 19.00 Uhr eintrafen. Den Abend verbrachten die drei Schweizer Sportfreunde bei Stefan zu Hause. Zur Runde kam dann noch unser Vater Bernd Schneider dazu.

Am Mittwochmorgen trafen wir uns an der Anlage meines Bruders Stefan. Einige Tiere wechselten noch ihren Besitzer, letzte kurze Absprachen wurden getroffen und dann verabschiedeten wir uns. Am Abend erhielten wir die Nachricht, dass die Schweizer Freunde wohlbehalten zu Hause angekommen seien.

Unser Dank gilt Christian für die Organisation, Annika für die gute Bewirtung, all den Züchtern, die uns ihre Tiere gezeigt bzw. vorgeflogen haben und Franco, der uns vorzüglich „kutschiert“ hat.

Es war eine sehr schöne, informative Reise. Solche Reisen sollten viel öfter durchgeführt werden. Wir wünschen allen Sport- und Zuchtfreunden viel Erfolg für 2017.

Mit freundlichem Gruß

Marco Schneider, Viernau

 

 

 

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