Purzler und Tümmler

Bakina

Herkunft:
Bakina-Purzler kommen aus der Region um Baku im Kaukasus (Aserbeidschan). Sie kamen durch Russlanddeutsche nach Deutschland und von da Anfang dieses Jahrhunderts in die Schweiz,.
Aussehen:
Bakina sind mittelgrosse Tauben. Sie kommen glattköpfig oder mit Rundhaube vor. Auch Spitzkappige sind anzutreffen. Bakina sind immer glattfüssig.
Bakina existieren in vielen Farbenschlägen. Besonders attraktiv sind Farbschwänze mit oder ohne Nackenfleck.
Eigenschaften:
Bakina sind fleissige Purzler, die für diese Rassengruppe sehr ausdauernd fliegen. Flugzeiten von einer bis drei Stunden sind nichts Ungewöhnliches. Die Überschläge erfolgen auf gleicher Höhe, wobei häufig mehrere Überschläge aufeinander folgen. Bakina werden in kleineren Stichen geflogen. Dabei fliegen sie im lockeren Trupp zusammen.
Bakina-Purzler sind eifrige Eltern und sorgen für reichlich Nachwuchs. Sowohl die Haltung als auch das Training sind problemlos, womit sie auch für das FK-Fliegen geeignet sind.

 

Klatschtümmler

Herkunft:
Ursprünglich aus der Schwarzmeerregion. Sind auch in der Türkei und in weiten Teilen der ehemaligen UdSSR stark verbreitet.
Aussehen:
Es ist gibt sehr viele Familien/Gruppierungen unter den Klatschtümmlern (Asiatische, Usbekische, Takla, Mardin etc.) und dementsprechend breit ist die Palette an Farben, Zeichnungen, Formen und Strukturen.
Klatschtümmler sind meistens gedrungen im Typ, in der Regel sind ihre Füsse bestrümpft bis belatscht und einige von ihnen tragen eine Schnabelnelke oder Haube. Manche sogar beides (Doppelkuppige).
Eigenschaften:
Wie der Name sagt, klatschen diese Tauben im Flug laut mit ihren Flügel. Dazwischen überschlagen sie sich blitzschnell nach rückwärts und verlieren dabei nicht an Höhe, sondern steigen dabei höher. So unterschiedlich die verschiedenen Stämme im Aussehen sind, so unterschiedlich werden die Tauben in den Flugeigenschaften gefördert. Fliegen einzelne Teams in Kreisen und vollführen die Figuren wie oben beschrieben, steigen andere vom Boden weg im Wechselspiel von Klatschen und Überschlagen gerade auf. Dieses sogenannte „Kerzen ziehen“ oder „Pfahlbauen“ wird mit unterschiedlichen Traningsmethoden wie Soloflug oder der Zuhilfenahme von Locktauben (Dropper) zusätzlich gefördert.
Eine Rassengruppe die immer neue Juwelen zu uns nach Westeuropa bringt. Soweit bekannt, sorgen auch die kurzschnäbligen Vertreter unter diesen Rassen für genügend Nachzucht.

Lausitzer Purzler

Herkunft:
Deutschland, insbesondere die Oberlausitz und angrezende Gebiete. Gehört zu den ältesten Taubenrassen Deutschlands.
Aussehen:
Knapp mittelgrosse, relativ kompakte Figur. Leicht abfallende Haltung mit der typischen Elsterzeichnung. Kommt in den Farben Schwarz, Blau, Rot und Gelb vor. Ursprünglich waren der Elsterpurzler und der Lausitzer Purzler eine Rasse. Auf Grund der Trennung Deutschlands haben sich diese Rassen unterschiedlich entwickelt. 1. Versuche nach der Wiedervereinigung, diese Rasse auch wieder als Einheit zu führen, scheiterten nicht zu letzt aus der Sicht der Flugtaubensportler zum guten Glück. Der Lausitzer hat sich nämlich die relativ guten Flugeigenschaften gegenüber seinem Vetter erhalten!
Eigenschaften:
Sein Name verrät sofort, welcher Flugtaubengruppe er zu zuordnen ist. Purzeltauben über-schlagen sich rückwärts. Diese Einfach- seltener Doppelüberschläge gilt es als Zuchtziel zu erhalten bzw. weiter zu fördern. Purzler sind zwar die Urform der Rollertauben, deswegen aber nicht als schlechte Roller anzusehen, sondern als eigenständige, reizvolle Flugtaubenrasse. Die besonders in unserer hektischen Zeit wegen ihrer idealen Flugzeit von bis zu 40 Minuten (zum Teil auch länger) echte Chancen auf eine breitere Zuchtbasis hat und unter Freunden die das Hobby ab Flugkasten betreiben zunehmend an Beliegtheit gewinnt. Nicht zu vergessen ist das herrliche Flugbild, das bedingt durch die Elsterzeichnung ein Stich Lausitzer Purzler abgibt!
Lebhafte Taube, die recht zutraulich wird, wenn man sich regelmässig mit ihr abgibt.

Siebenbürger doppelkuppige Tümmler

Herkunft:
Siebenbürgen (Rumänien)
Aussehen:
Gedrungene, waagrecht und nicht zu hoch stehende Taube mit eher kleinem Kopf. Dieser wird durch eine Schnabelnelke und einer Rundhaube verziert und verleiht dieser Rasse ein apartes Aussehen.
Die Siebenbürger gehören zu den wenigen Rassen, mit welchen sowohl Flugsport wie auch Schönheitskonkurrenzen bestritten werden können. Anerkannt sind sie in einfarbig weiss, schwarz, dun, rot und gelb und gescheckt in schwarz, dun, rot und gelb.
Eigenschaften:
Die Siebenbürger gehören zu den Purzeltauben und überschlagen sich oft einmal rückwärts. Es gibt auch Tiere, die sich gerne öfter überschlagen, d.h. einen drei- oder vierfach Überschlag vorzeigen. Dies ist nicht sehr wünschenswert, da wir ja bei dieser Rasse einen Purzler vor uns haben und nicht einen Roller daraus machen wollen. Pro Überschlag erhält das einzelne Tier einen Punkt.
Die Flugzeit variert recht stark, beträgt im Mittel 20 – 30 Minuten, kann aber gerade bei sommerlichen Temperaturen nur wenige Minuten betragen. Gerade dadurch ist aber diese Rasse besonders für Leute geeignet, die zwar ein flugakrobatisches Feuerwerk sehen möchten, aber nicht Zeit haben stundenlang in den Himmel zu starren. Siebenbürger werden sowohl ab Heimatschlag wie auch ab Flugkasten erfolgreich geflogen.
Lebhafte Taube, die aber auch zutraulich wird, wenn man sich regelmässig mit ihr abgibt.

 

 

 

Vereinigung Schweizerischer Flugtaubensportler – VSF