Allgemeines:
Tauben sind relativ anspruchslose Heimtiere. Sie geben sich bereits mit wenig zufrieden. Trotzdem sind einige Grundregeln zu beachten, damit sich die Tauben wohl fühlen und ihre Flugkünste zeigen. Dabei haben nicht alle Flugtauben die selben Ansprüche. Die Grösse, die Einrichtungen und die Umgebung hängen von der Rasse, der Bestandesgrösse und den persönlichen Vorlieben des Züchters ab. Flugtippler und Hochflieger lassen sich sowohl in einem Dachschlag (Unterkunft auf dem Dachboden) oder in einem Gartenschlag halten. Besonders die Hochflugtauben wurden früher praktisch ausschliesslich von Dachschlägen aus geflogen. Auch Roller und Purzler können vom Dachschlag aus gestartet werden. Anders die Gruppe der Sturz- und Drehsturzflieger: Für sie sind Dachschläge ungeeignet. In ihren Herkunftsländern werden sie in einfachen, ebenerdigen Gartenschlägen gehalten. Zum Starten und Landen dient ein Vorplatz.
Flugschläge sind idealerweise relativ frei gelegen, damit die Tauben ihn aus der Luft gut erblicken, sich orientieren und ihn bei der Landung problemlos anfliegen können. Einzelne nahegelegene Bäume oder Gebäude erschweren zwar die Dressur und das Training, verunmöglichen aber die Ausübung des Flugtaubensports nicht. Wichtig ist, dass möglichst keine sehr nahe gelegenen Freileitungen den Anflug behindern.
Der Schlag spielt eine zentrale Rolle bei der Gesunderhaltung der Tauben. Dazu sind trockene Böden und Wände, eine gute Be- und Entlüftung sowie eine entsprechende Grösse erforderlich. Die Wände und der Boden sollten möglichst glatt und fugenlos sein, damit sich der Schlag leicht reinigen lässt und sich in den Ritzen nicht Ungeziefer ausbreiten kann. Eine Einstreu ist nicht erforderlich und wird auch nur von wenigen Züchtern eingebracht. Hingegen haben etliche Züchter den Boden mit auf Holzrahmen bespanntem Drahtgittern ausgelegt. Somit wird der Kontakt der Tauben zum Kot verhindert und der Schlag muss nur noch etwa zwei bis vier Mal monatlich gereinigt werden.
Grundsätzlich genügt für die Haltung von Flugtauben ein Schlagabteil. Allerdings ergeben sich Probleme, wenn man züchten will. Umpaarungen sind schwierig oder gar unmöglich und die Zuchtpaare werden beim Brüten von den überzähligen Tieren gestört. Ideal ist, wenn man über ein Zucht- und ein Flugabteil verfügt. Hat man noch ein weiteres Abteil für die Jungtiere zur Verfügung, ist auch die optimale Entwicklung und Eingewöhnung der Jungtauben gewährleistet.
Grösse:
Die Grösse des Schlages ist abhängig von der Grösse und dem Temperament der
gewählten Rasse. Können die Tauben jeden Tag geflogen werden, genügen kleinere Platzverhältnisse. So sollte das Zuchtabteil grosszügiger gestaltet sein als das Abteil für die Flugtauben, da vielfach mit Zuchtpaaren nicht geflogen wird. Als grobe Richtwerte können für den Zuchtschlag ca. 2 Paare/m2 und für den Flugschlag ca. 8 Tiere/m2 dienen. So können in einem einfachen Gartenhäuschen, das im Handel erhältlich ist und eine Grundfläche von 1.65m x 1.80 m aufweist ungefähr 20 Flugtauben untergebracht werden.
Einrichtung:
In jeden Schlag gehören unbedingt Wassertränke, Futtertrog und Gritbehälter. Im Handel sind entsprechende Artikel erhältlich, die so ausgestaltet sind, dass Wasser und Futter nicht verschmutzt werden.
Als Sitzgelegenheiten dienen Sitzregale oder Sitzreiter. Sitzreiter bestehen aus ca. 10 cm breiten und ca. 20 cm langen Brettchen, die dachförmig im rechten Winkel miteinander befestigt werden. Auf dem First wird ein abgekantetes Brett angebracht, das der Taube als Sitzgelegenheit dient. Eine platzsparende Variante sind Sitzregale. Sie weisen neben- und übereinander Fächer in der Grösse von ca. 25 cm x 25 cm x 25 cm auf. Wichtig ist bei allen Sitzgelegenheiten, dass sich die Tauben nicht gegenseitig mit Kot beschmutzen können. Ausserdem sollten am besten immer mehr Sitzplätze als Tauben vorhanden sein.
Für die Zucht sind Nistzellen mit den Abmessungen von ca. 60 cm x 30 cm x 30 cm geeignet. Ideal ist, wenn sich das Taubenpaar in der Zelle frei bewegen kann.
Für das Fliegen mit Tipplern, Hochfliegern, Rollern und Purzlern ist ein Einflug mit Selbstfangvorrichtung (d.h. die Tauben können in den Schlag hinein gehen, aber nicht mehr hinaus) notwendig. Als Selbstfangvorrichtungen können Einsprunglöcher oder Fanggabeln dienen. Um unerwünschte Gäste vom Taubenschlag fernzuhalten, sollten alle Ein- und Ausflüge verschliessbar sein. Sturz- und Drehsturztauben werden in der Regel durch die Türe ein- und ausgelassen. Für sie benötigt man nicht zwingend einen Einflug. Dieser kann allerdings gute Dienste leisten, falls einmal eine Taube verspätet zurück kommt und so trotzdem noch Zugang zum Schlag findet.
Da Tauben sehr gerne baden, sollte man ihnen regelmässig dazu Gelegenheit bieten. Das kann einerseits in einer kleinen Voliere geschehen, die sie bei Regen aufsuchen können oder man gibt ihnen in einer Wanne Wasser, das man aber nach dem Bad wieder entfernt.
Taubenschläge finden sich so viele wie Taubenzüchter. Jeder hat seine eigenen Vorrichtungen, die er aufgrund seiner Erfahrung oft selber erstellt oder abgeändert hat. So kann man bei jedem Züchterbesuch Neues sehen, das dann eventuell in leicht abgeänderter und angepasster Form im eigenen Schlag montiert wird.







